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Zugewandt und hilfsbereit

Weihnachten Zugewandt und hilfsbereit

In einer angsteinflößenden Zeit findet Bundespräsident Joachim Gauck ermutigende Worte. "In dem Menschen Jesus begegnet uns die Liebe Gottes", sagt der ehemalige Pfarrer in seiner letzten Weihnachtsansprache.

„Beziehen wir diese Botschaft auf uns, so kann sie uns inspirieren, empfindsam, zugewandt und hilfsbereit zu leben.“

Wer Weihnachten empfindsam, zugewandt und hilfsbereit erlebt, der wird bei aller Freude nicht vergessen: Es gibt auch Menschen, denen nicht nach Feiern zumute ist - weil sie in Lebensgefahr sind oder um einen geliebten Menschen trauern. Dazu zählen die 53 Verletzten des Berliner Terroranschlags und die An­gehörigen der 12 Getöteten. Weltweit gibt es tausende, die in ähnlich verzweifelten Situationen sind: Menschen, die in Kriegsgebieten leben oder auf der Flucht sind. In Syrien und im Irak, wo die IS-Miliz Schrecken verbreitet, müssen auch die noch dort lebenden Christen um ihr Leben fürchten.

Tausende Menschen in Syrien, im Jemen und in Afrika leiden Hunger und Durst. Tausende flüchten vor der Perspektivlosigkeit, doch die Hoffnung auf ein besseres Leben erfüllt sich für viele nicht. Laut UN-Flüchtlingshilfswerk sind in diesem Jahr 5000 Bootsflüchtlinge im Mittelmeer ertrunken.

Jede dieser Tragödien ist unerträglich. Jedes Opfer ist eines zu viel - sei es ein Anschlagsopfer in Europa oder ein Ertrunkener im Mittelmeer. Das klingt selbstverständlich. Doch in diesen Tagen werden wieder Rufe laut, man müsse die Hilfe für Flüchtlinge einschränken, um die Bürger vor Terroranschlägen zu schützen.

Wer empfindsam, zugewandt und hilfsbereit in die Welt blickt, kann das Leid des einen nicht gegen das des anderen aufrechnen. Die weihnachtliche Botschaft der Liebe gilt allen Menschen. Der beste Vorsatz für 2017 für alle Politiker und Bürger ist: immer und überall hinzusehen und zu helfen, wenn Menschen in Not sind.

von Stefan Dietrich

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