Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Unheimliche Gentechnik

EU-Beschluss Unheimliche Gentechnik

Die grüne Gentechnik auf dem Acker ist vielen Menschen zu Recht unheimlich. Schließlich bestreiten auch die Befürworter nicht, dass sich die veränderten Gene in benachbarte Pflanzen auskreuzen können.

Auch wenn bisher negative Auswirkungen nicht belegt sind, ist unbekannt, wie sich der Evolutions-Turbo langfristig auf Insekten, Bienen, Wildtiere oder Böden auswirken kann.

Deshalb ist es bedauerlich, wenn in der EU nun die Zeichen auf eine Öffnung gegenüber der Gentechnik auf dem Acker stehen. Denn die bevorstehende Zulassung für die Genmaissorte 1507 des US-Herstellers Dupont Pioneer dürfte erst der Anfang sein. Die Agrarkonzerne machen mächtig Druck auf die EU, ihre restriktive Haltung aufzugeben. Fraglich ist auch, ob Bundesagrarminister Hans-Peter Friedrich (CSU) ein nationales Verbot durchsetzen kann. Noch ist nicht ausgemacht, ob dies zu einem späten Siegeszug der Gentechnik in Europa führen könnte.

Bislang haben die Verbraucher hier erfolgreich ihre Macht demonstriert. In Deutschland lehnen 88 Prozent die genveränderte Maissorte ab. Lebensmittel, die Produkte mit manipuliertem Erbgut enthalten und entsprechend gekennzeichnet sind, sind praktisch unverkäuflich. Auch anderswo in Europa findet sich nur wenig Gentechnik auf den Feldern.

von Antje Schroeder

Dennoch brauchen auch mündige Verbraucher Unterstützung durch die Politik. Schon heute können sie der Gentechnik auf dem Teller nicht komplett entgehen. So dürfen Tiere mit Genmais gefüttert werden - sofern das Produkt nicht direkt gentechnisch veränderte Zutaten enthält, müssen Milch, Fleisch und Eier nicht speziell gekennzeichnet werden. Wenn die EU die Anbauregeln lockert, sollten deshalb zumindest die Kennzeichnungsvorschriften verschärft werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Der politische Kommentar