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Positionsfindung in der Mitte

Union in der Krise Positionsfindung in der Mitte

Dass Wahlen angeblich in der Mitte des politischen Spektrums gewonnen werden, ist schon eine ziemlich steile These - vor dem Hintergrund der Wahlergebnisse des Jahres 2017 allemal. Aber es ist dem Unions-Fraktionschef Volker Kauder hoch anzurechnen, dass er sich gegen sämtliche Forderungen seiner eigenen Parteifreunde stemmt, CDU und CSU müssten über einen stramm rechtskonservativen Kurs abtrünnig gewordene Wählerinnen und Wähler zurückholen.

Dieser Schwenk, der der Union allenfalls ein paar reuige, zur Besinnung gekommene AfD-Parteigänger bescheren würde, käme auch wirklich zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.

Denn es gilt, möglichst viele Gemeinsamkeiten mit der FDP und den Grünen auszuloten, möglichst viele rote Linien auszuradieren und Ideologie-Hindernisse aus dem Weg zu räumen, anstatt reaktionären Beton anzurühren.

Das wird - alle wissen das - schwer genug, und Volker Kauder wird wohl noch einige Male verkünden müssen, dass Wahlen in der Mitte gewonnen werden. So oft, bis das auch die künftigen Koalitionspartner verstanden und in ihre eigenen Reihen hinein kommuniziert haben. Jamaika aus der Taufe zu heben, ist ein kompliziertes Unterfangen, eines, das nicht wenige sogar für unmöglich halten. Der erste Schritt zum Gelingen: Am Sonntag müssen erst einmal die christlichen Schwesterparteien jenen Konsens finden, ohne den sie sich erst gar nicht mit den potenziellen Juniorpartnern an den Tisch setzen müssen. Ob sich dieser Konsens, dieser „vernünftige Kurs der Mitte“ in einer einzigen Sitzung ausloten lässt, darf bezweifelt werden.

von Carsten Beckmann

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