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Obamas Beitrag zum Frieden

Kuba-Reise Obamas Beitrag zum Frieden

Je größer die Hoffnungen in einen Politiker sind, desto stärker ist die Enttäuschung, wenn er sie nicht erfüllt. Das beste Beispiel dafür ist Barack Obama.

Als er 2009 US-Präsident wurde, verehrten ihn Millionen Menschen wie einen Messias. Kurz vor Ende seiner Amtszeit ist die Begeisterung verflogen.

Der Friedensnobelpreisträger hat weder das umstrittene Gefangenenlager Guantánamo geschlossen noch den US-Geheimdiensten das Ausspähen verbündeter Länder verboten. Seine Gesundheitsreform blieb hinter den Zielen zurück, sein Einsatz für die Rechte von Minderheiten blieb ebenso schwach wie sein Engagement für den Nahost-Friedensprozess. Der Abzug des US-Militärs aus dem Irak und Afghanistan führte zu einem Erstarken islamistischer Milizen. Den Arabischen Frühling scheint die US-Regierung verschlafen zu haben. Und der russischen Expansion auf Kosten der Ukraine hatte sie nichts entgegenzusetzen.

Trotzdem hat Obama Historisches geleistet. Der US-Präsident hat die Eiszeit mit Iran und Kuba beendet. Sein Kurs ist heftig umstritten, sowohl in den USA als auch international. Denn der Iran ist schließlich kein freies Land - und er sieht noch immer Israel als Feind an. Auch die kubanische Führung zeigt selbst, was sie von Demokratie hält - direkt vor Obamas Besuch ließ sie hunderte Dissidenten festnehmen.

Langfristig kann Obamas Politik dennoch zu Frieden und Freiheit führen. Im Iran zeigt sich schon jetzt, dass seit dem Atomabkommen die Reformkräfte Oberwasser haben. Präsident Hassan Ruhani kündigt an, auf die außenpolitische Wende solle nun die innenpolitische folgen.

Auch in Kuba kann Obamas Besuch einen Wandel einleiten. Es mag allerdings Jahre dauern, bis die Früchte einer solchen Politik ausreifen. Deshalb wird viel davon abhängen, ob Obamas Nachfolger seine moderate Politik weiterführt.

von Stefan Dietrich

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