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Macht die Welt wieder großartig!

Klimaschutz Macht die Welt wieder großartig!

Es war ein schlechter Tag für die Menschheit und den Planeten Erde: Allen Appellen von Wissenschaftlern und Politikern zum Trotz hat US-Präsident Donald Trump am Donnerstag den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen verkündet.

Das ist ein Paukenschlag in einer katastrophalen Entwicklung, die sich ansonsten meist schleichend abspielt.

Trump löst ein besonders unvernünftiges Wahlversprechen ein. Die vom Menschen verursachte Erderwärmung und ihre fatalen Folgen wie Hitzewellen, Dürren, Unwetter, schmelzende Gletscher und steigender Meeresspiegel sind auch in den USA nicht zu übersehen. Sie sind zu bedrohlich, als dass man sie gegen das vage Versprechen von Wirtschaftswachstum und Jobs aufrechnen könnte.

Wer das nicht wahrhaben will, muss die Augen ganz fest verschließen und den Verstand ausschalten. Genau das tut Trump, indem er behauptet: „Die Vereinigten Staaten werden weiterhin das sauberste und umweltfreundlichste Land der Erde bleiben.“ In Wahrheit sind die USA zweitgrößter Klimasünder der Welt - nach China, das mehr als viermal so viele Einwohner hat. Auf Basis seiner alternativen Fakten kann der Präsident behaupten: „Das Pariser Abkommen ist auf höchster Ebene ungerecht für die USA.“ Es sei zu teuer, koste Arbeitsplätze und schade der US-Wirtschaft. Er wolle einen „fairen Deal“ aushandeln. „Wenn uns das nicht gelingt, ist es auch okay.“

Das ist nicht bloß ökologisch kurzsichtig, es ist auch ökonomischer Unsinn. Trumps Arbeitsplatz-Versprechen glauben nicht einmal Kohle-Manager. Wer wie er ein totes Pferd weiterreitet, wird vielmehr im internationalen Wettrennen zurückfallen. „Make America great again“ geht anders.

Dieser Paukenschlag muss aber kein Todesstoß für das Pariser Abkommen sein, er könnte auch zum Weckruf werden. Experten glauben, dass das Klimaabkommen auch ohne die USA funktioniert. Allerdings nicht nur mit schönen Versprechungen auf dem Papier. An der Umsetzung von Klimazielen hapert es in vielen Staaten, auch in Deutschland. Die Bundesregierung hat Ende 2016 selbst festgestellt, dass sie nach jetzigem Stand ihre selbstgesteckten Ziele verfehlen wird. Das liegt auch an einem gesellschaftlichen Selbstbetrug, der sich zum Beispiel an unrealistischen Verbrauchswerten von Autos und am Sankt-Florians-Prinzip in der Windkraft-Debatte zeigt.

Die Menschheit sägt an dem Ast, auf dem sie sitzt. Donald Trump sägt besonders kräftig. Aber keiner ist unnütz, er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen. Wenn durch Trumps Unvernunft viele zur Vernunft kommen, ist der Planet Erde noch nicht verloren. Das wäre, in Trumps Worten, großartig.

von Stefan Dietrich

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