Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 13 ° Regen

Navigation:
Lasst den Bayern ihren Willen

Atommüll Lasst den Bayern ihren Willen

Wieder mal die CSU, ganz so, wie man sie kennt. Großmäulig daherkommend und ausschließlich auf den eigenen Vorteil bedacht.

Wieder einmal geht es um eine bundespolitische Entscheidung und wieder einmal sollen Provinzinteressen den Vorrang haben. Weil Horst Seehofer und Ilse Aigner nicht die Traute haben, eine unliebsame Entscheidung dem eigenen Wahlvolk zu verkaufen, drohen sie mit Boykott - stellen gar die nationale Energiewende infrage.

Was glauben die politisch Amok laufenden Südlichter eigentlich sich herausnehmen zu dürfen? Natürlich wird sich Seehofer noch gut an die Schlachten um Wackersdorf erinnern. Das rechtfertigt aber nicht, dass er sich nun um die notwendige Zwischenlagerung des Atommülls drücken will. Jahrzehntelang war es den Bayern recht, dass der tödliche Abfall aus ihren Kernkraftwerken nach Frankreich und Großbritannien gekarrt wurde, jetzt sollen sich andere um ihn kümmern. Das ist nicht nur unsolidarisch, sondern auch asozial.

Es passt aber ins energiepolitische Unkonzept der CSU, die zunächst den Plänen für die großen Stromtrassen zugestimmt hatte, dann aber, als sich Protest der Bürger abzeichnete, flugs eine Kehrtwende vollzog. Den Biostrom von der Ostsee will man selbstredend haben, die Trassen sollen aber durch andere Bundesländer führen.

Es wird Zeit, dass der Bund und die übrigen Länder den Bajuwaren entgegenkommen, ihre Wünsche akzeptieren und daraus die Konsequenzen ziehen. Und das heißt, dass Bayern keinen Atommüll aus Frankreich und Großbritannien zurücknehmen muss, aber eben auch kein Gramm Atommüll mehr den Freistaat verlässt, sagen wir für die nächsten 100000 Jahre.

Und von Stromtrassen bleiben die Bayern auch verschont, davon profitieren sogar die anderen Länder, weil die Trassen in Dresden, Erfurt und Stuttgart enden können. Und Bayerns Atomkraftwerke laufen eben etwas länger. Mal sehen, was die CSU-Wähler davon hielten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Der politische Kommentar