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Keine Hilfe für die Gleichberechtigung

Doppelspitze Keine Hilfe für die Gleichberechtigung

Die SPD denkt über die Einführung einer Doppelspitze an der Parteiführung nach und geht dabei immerhin nicht so dogmatisch vor, wie die Grünen und die Linkspartei.

Dennoch stellt sich die Frage, wozu eine geteilte Führung zwischen Mann und Frau jenseits der Symbolik gut sein soll. Wahre Gleichberechtigung wird damit jedenfalls nicht geschaffen.

Mehr Frauen sollten Politik machen - gewiss. Dass sie dabei genauso gut Führungsrollen einnehmen können wie Männer, ist selbstverständlich. Beispiele gibt es bereits heute: Hannelore Kraft ist Ministerpräsidentin in Nordrhein-Westfalen, Annegret Kramp-Karrenbauer im Saarland und in Rheinland-Pfalz streiten sich im derzeitigen Wahlkampf mit Amtsinhaberin Malu Dreyer und CDU-Frau Julia Klöckner gleich zwei Frauen um das Amt. Auf Bundesebene währt die Kanzlerschaft von Angela Merkel bereits seit zehn Jahren.

Sicherlich: 13 von 16 Ministerpräsidenten sind weiterhin männlich und auch in vielen anderen Positionen dominiert noch die Herrenriege. Da sich leider nur wenige Frauen überhaupt politisch engagieren, wird es vermutlich noch lange dauern, bis es zu einer Parität auf allen Ebenen kommt. Diese Entwicklung voranzutreiben wäre wünschenswert, doch kann man das tatsächlich mit einer Quote, respektive einer verordneten Doppelspitze, erzwingen?

Jegliche Arten von Quoten beinhalten eine Einschränkung für andere und somit eine neue Diskriminierung. Eine tatsächliche Gleichberechtigung ist dagegen erst dann erreicht, wenn Herkunft, Religion oder Geschlecht bei einem Auswahlverfahren gar keine Rolle mehr spielen.

Dass dies nicht zu 100 Prozent dem Ist-Zustand entspricht, mag leider stimmen. Die Transformation von einer rein männlich beherrschten Gesellschaft hin zum Wunschzustand benötigt nicht wenige Wochen, sondern einige Jahrzehnte - und wir befinden uns mittendrin.

Versucht man dem mit Quoten nachzuhelfen, tut man auch den vermeintlich profitierenden Frauen keinen Gefallen - dürften diese doch bei manchem Kollegen immer als „Quotenfrauen“ gelten, die sich niemals wirklich durchsetzen mussten. Ja ,Frauen sollen leitende Positionen übernehmen - sei es in Wirtschaft oder Politik. Bitte aber nur aus Gründen der fachlichen Eignung.

von Peter Gassner

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