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Kein Weltfrieden ohne Dialog

G7-Treffen Kein Weltfrieden ohne Dialog

Die Weltpolizei hat gesprochen: „Wir wollen diejenigen sein, die denen zu antworten wissen, die den Unschuldigen - in welchem Teil der Welt auch immer - Schaden zufügen.“

Eine nur bedingt frohe Botschaft aus dem Mund von US-Außenminister Rex Tillerson, denn die Vereinigten Staaten von Amerika behalten sich bekanntermaßen vor, selbst zu entscheiden, wer im Zweifelsfall schuldig oder unschuldig ist.

Auch bei der Wahl der Mittel zum Schutz Unschuldiger werden sich die USA von niemandem reinreden lassen, so viel steht fest - spätestens seit dem Raketenbeschuss des syrischen Luftwaffenstützpunkts als Antwort auf den Giftgasangriff in Chan Scheichun in der vergangenen Woche.

Tillerson - das kann man ihm zugute halten - bemühte die gehaltvolle Floskel vom Schutz Unschuldiger zu historischer Stunde und an historischer Stätte: zum Auftakt des G-7-Außenministertreffens, in der Gedenkstätte von Sant‘Anna di Stazzema, dem Schauplatz eines Weltkrieg-Massakers der Waffen-SS. Rex Tillerson wird während des zweitägigen Gipfels nicht der Einzige bleiben, der Frieden, Freiheit und Sicherheit beschwören wird. Lippenbekenntnisse sind ja bekanntlich so ziemlich das Einzige, was man verlässlich von Gipfeltreffen dieser Art erwarten kann. Die Amtskollegen des neuen US-Außenministers werden Tillerson in Lucca zu erklären haben, dass zum weltweiten Schutz Unschuldiger eine für Washington sicherlich unbequeme Wahrheit dazugehört: Ohne den Dialog mit Moskau wird es nichts mit dem Weltfrieden.

von Carsten Beckmann

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