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Kein Schlussstrich ohne Prozess

Wulff Kein Schlussstrich ohne Prozess

Sein gebrochenes Politikerleben verfilmt von Sat 1, die Bild-Zeitung ruft mittlerweile um Gnade, die Menschen im Allgemeinen interessieren sich kaum noch für den graugesichtigen und so unfertig gebliebenen CDU-Mann.

Es ist schon wahr: Christian Wulff ist genug gestraft.

Sein definitives Ende als Karrierepolitiker sollte dennoch mit einem ordentlichen Prozess abgeschlossen werden. Ein falscher Verdacht zum Schluss, so als könne man die Präsidentenblamage mit einer Abschlagszahlung von 20000 Euro ausgleichen, kann nicht im Interesse des Landes und schon gar nicht von Nutzen für den von seiner Familie, von seinem Amt und von seiner Würde getrennten Niedersachsen sein. Wulff ist die Kraft zu wünschen, wenigstens im Ende eine gewisse Größe zu zeigen. Jetzt, da er für sich allein kämpft und von der Last Bettina Wulff befreit ist.

Sein spendabler Freund aus besseren Tagen, David Groenewold, ließ offenbar Freunde wissen, „meine Ehre ist nicht käuflich“. Er möchte es auf einen Prozess drauf ankommen lassen, mit vermutlich schwacher juristischer Beweislage seitens der Staatsanwaltschaft. Was für eine Wahl hat bei einer solchen Begründung noch Christian Wulff? Er muss juristisch um seine vollständige Rehabilitierung kämpfen. In der Politik, das weiß Wulff, hat er längst alles verloren.

Ein politisch erpressbar wirkendes Staatsoberhaupt ist, auf Weisung von Angela Merkel, gekommen und er wurde gegangen. Das bleibt, das prägt sich auf Dauer ein. Erst recht, seit mit der leichthändigen Amtsführung des Präsidentenpaares Joachim Gauck/Daniela Schadt alle erleben, wie mühelos und wohltuend es sein kann, die Interessen der Bundesrepublik vor die Verfolgung eigener Bedürfnisse zu setzen.

von Dieter Wonka

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