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Heute geht es um Courage

20. Juli Heute geht es um Courage

2014 ist das Jahr der Gedenktage. Vor 100 Jahren versank Europa im Ersten Weltkrieg, vor 75 Jahren zettelte Nazi-Deutschland den noch verheerenderen Zweiten Weltkrieg an.

Düstere Daten, denen ein Glücksfall und ein Lichtblick gegenüberstehen. Vor 25 Jahren fiel die Mauer und vor 70 Jahren wagte eine Gruppe von Widerständlern den Sturz Adolf Hitlers, dem größten Verbrecher in der deutschen Geschichte.

Es hat beschämend lange gedauert, bis dieses Attentat überhaupt gewürdigt wurde. In der jungen Bundesrepublik galten die Verschwörer des 20. Juli so manchen lange als Verräter. Der DDR fehlte bei den Wehrmachtsoffizieren, von denen viele erst spät gegen Hitler opponierten, der proletarische Hintergrund. Sie heroisierte den kommunistischen Widerstand, der wiederum im Westen nichts galt. So musste die Gegnerschaft zum Nazi-Regime als Munition für die ideologische Auseinandersetzung der Nachkriegszeit herhalten. Das ist endlich überwunden. Am 20. Juli wird jetzt der Mut aller gewürdigt, die sich der Barbarei entgegenstellten.

Heute riskiert in Deutschland niemand mehr Leib und Leben, der politisch opponiert. Aber eigene Meinung und selbstständiges Handeln, kurz Zivilcourage - die ist weiter gefordert. Bundespräsident Joachim Gauck hat dies gestern in den Appell gekleidet, sich nicht mitschuldig zu machen, wenn anderen Unrecht geschieht. Manchmal wäre man in unserer satten Demokratie schon mit zwei Nummern kleiner zufrieden. Leider ist schon die Beteiligung an freien Wahlen vielen viel zu viel.

von Arnold Petersen

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