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Ein Thema wie "Kai aus der Kiste"

Ganztagsschule Ein Thema wie "Kai aus der Kiste"

Warum tun sie sich das an? Warum vertrödeln die Jamaika-Sondierer einen kompletten Tag mit einem für eine Regierungsbildung völlig überflüssigen Thema?

Die Forderung nach einem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Grundschülern, sie kam urplötzlich und unerwartet, wie Kai aus der Kiste, während es doch eigentlich ganz andere Großbaustellen gibt - das Einwanderungsrecht, die Klimapolitik, Finanzfragen und so weiter und so fort.

Es mag ja eine publikumswirksame Nebelkerze sein, wenn man so tut, als könne eine Bundesregierung einfach mal so den Ländern ins Handwerk pfuschen und bildungspolitische Wohltaten verordnen. Aber der schwarzgrüngelbe nassforsche Ruf nach der Schüler-Ganztagsbetreuung bleibt eine Nebelkerze - eine, die nicht etwa allein einem real existierenden Problem zuleibe rückt, sondern eine, die vielmehr ein weiteres Problem provoziert; denn in der Frage des Kooperationsverbots zwischen Bund und Ländern müssten sich Union, Grüne und FDP erst einmal einig werden, bevor sie den Eindruck erwecken, das bestehende föderale System nach Belieben aus den Angeln heben zu können.

Blenden wir einmal aus, dass Bildungsexperten gestern unisono die Hände über dem Kopf zusammenschlugen, als sie mit dem Ansinnen der Sondierer konfrontiert wurden. Konzentrieren wir uns einfach darauf, zu ergründen, warum das Thema in dieser kritischen Phase der Verhandlungen überhaupt hervorgekramt wurde - Kalkül? Hilflosigkeit? Chaos?

Für eine „Meinung zum Tage“, die mit Fragen beginnt und mit Fragen endet, muss man sich eigentlich entschuldigen - ich tue es hiermit. In wessen Namen auch immer.

von Carsten Beckmann

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