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Ein Hoffnungsschimmer über dem Maidan

Ukraine Ein Hoffnungsschimmer über dem Maidan

Auch nach dem Abkommen zwischen Janukowitsch und der Opposition bleibt die Zukunft der Ukraine ungewiss. Aber es leuchtet zumindest ein Hoffnungsschimmer über dem Maidan, und alles, was das blutige Drama beendet, muss begrüßt werden.

Die drei Außenminister Steinmeier, Sikorski und Fabius haben gezeigt, dass die EU doch kein lahmer Papiertiger ist, sondern mit Diplomatie und Druck eine schwere Krise zumindest entschärfen kann. Natürlich war es nicht die EU allein, auch Russland und die USA haben mitgemischt. Die bittere Frage aber bleibt, ob der Westen und Moskau nicht schon früher hätten gemeinsam aktiv werden können - bevor Scharfschützen auf Demonstranten zielten.

Einfach wird es nicht, denn das Misstrauen der Menschen gegenüber dem Janukowitsch-Regime, das immer brutaler vorging, ist groß. Die Bestrafung der Schuldigen wird daher ein entscheidender Prüfstein sein. Zudem ist es dem protestierenden Lager nur schwer zu vermitteln, dass es wahrscheinlich nicht vor Dezember zur Neuwahl des Präsidenten kommt. Und noch ist auch nicht klar, wie ein Übergangsgremium arbeiten soll, wenn Regierung und Opposition sich spinnefeind sind. Aber die Logik der Kompromisse besteht nun einmal darin, dass niemand seine Forderungen komplett durchsetzt.

Doch es ist allemal besser, miteinander zu reden als aufeinander zu schießen. Und die gestern erfolgte Absetzung des umstrittenen Innenministers Sachartschenko und die eingeleitete Freilassung der Oppositionsführerin Julia Timoschenko sind immerhin ganz neue Signale aus Kiew. So bleibt erstmals nach vielen bangen Wochen die Hoffnung auf eine friedliche, diplomatische Lösung.

von Anita Kecke

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