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Düsteres Neuland im Datennetz

Internet-Spionage Düsteres Neuland im Datennetz

Angela Merkels schräger Satz vom „Neuland Internet“ spricht eine düstere Wahrheit aus. Mit dem Spott, der sich vergangene Woche über die Kanzlerin ergoss, weil sie scheinbar erst jetzt das weltweite Netz entdeckte, hat das nichts zu tun.

Gedeckt durch nationale Überwachungsregeln saugt eine internationale Spionage-Allianz unvorstellbare Datenmengen aus dem Netz. Erst die Amerikaner mit ihrem direkten Zugriff auf die Server der wichtigsten Internet-Multis, jetzt die Briten.

Sie gehen noch einen Schritt weiter und zapfen schlicht das Netz direkt an. Ihre günstige geo-strategische Lage ermöglicht ihnen das - fast der gesamte Datenverkehr zwischen Europa und Amerika fließt über ihre Insel durch Glasfaserkabel.

Die Schnüffler Ihrer Majestät saugen mit freundlicher Genehmigung der Betreiber alles ab, was sie kriegen können. Wenn die Vorwürfe des abtrünnigen US-Geheimdienstlers Edward Snowden zutreffen, wäre das die größte anlasslose Überwachungsaktion überhaupt.

Und die Bundesregierung? Wundert sich. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger wähnt sich in einem Hollywood-Alptraum. Da kann man nur rufen: Aufwachen! Das ist nicht Hollywood, auch nicht James Bond 2.0, sondern die Realität. Das sind die düsteren Regionen von Neuland.

Und auch dafür ist die Regierung zuständig: Die persönlichen Daten der Bundesbürger müssen vor unrechtmäßigen Zugriffen aus diesem Neuland geschützt werden. Die Geheimdienste müssen zu Offenheit gezwungen werden, müssen aufdecken, was sie warum wie lange speichern. Das klingt nach einem Widerspruch in sich, ist aber bittere Notwendigkeit.

von Jan Sternberg

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