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Die Grusel-Clowns sind unterwegs

Donald Trump Die Grusel-Clowns sind unterwegs

Ja, wir bewegen uns mit mächtigen Schritten auf Halloween zu. Und auf die US-Präsidentschaftswahl.

In den Vereinigten Staaten sind seit Wochen Grusel-Clowns unterwegs, deren Horrorauftritte in den sozialen Netzwerken verbreitet werden - mit dem zweifelhaften Erfolg, dass zwischen West- und Ostküste alle Clownskostüme ausverkauft sind, die Burgerbrater von McDonald‘s ihre Spaßmacher vorübergehend an die Kette legen mussten und dieser ganze unselige Trend auch noch nach Europa herüberschwappte. Europa wird das überleben, wahrscheinlich werden auch hierzulande am 31. Oktober Witzbolde mit roten Nasen und weiß geschminkten Fratzen „Süßes oder Saures“ brüllen. Geschenkt, am 1. November ist das wieder vorüber.

Doch einer, den seine Gegner für den prominentesten Grusel-Clown halten, wird weitermachen, mindestens noch bis zum 8. November. Es spricht einiges dafür, dass Donald Trump doch noch eine Chance hat, seine Wähler davon zu überzeugen, dass er zwar einer ist, der eine große Klappe haben mag, aber auch einer, der selbstverständlich nie sexuell übergriffig werden könnte. Das ist nicht der Donald, den sie kennt, sagt ja selbst Ehefrau Melania, und überhaupt: ganz schön gemein von TV-Mann Billy Bush, seinen Gesprächspartner Trump in die Gesprächsfalle zu locken und ihn zu all den bösen Äußerungen zu verleiten, aus denen ihm jetzt die Demokraten einen Strick drehen wollen.

Im Ernst: Es entsteht gerade der Eindruck, dass sich der frauenfeindliche Verbalerotiker in der öffentlichen Meinung am Ende doch noch zum Frauenversteher wandeln könnte. Wenn, wie am Sonntag in Tampa/Florida geschehen, Buhrufe von Trump-Anhängern ein größeres Echo finden als kritische Pointen einer Comedykünstlerin wie Amy Schumer, wenn eine inszenierte Saalflucht von Trump-Claqueuren die Menschen nachhaltiger beeindruckt als die bisher faktisch durch nichts entkräfteten Vorwürfe gegen den Kandidaten der Republikaner, muss man damit rechnen, dass sich am Wahltag das Bild jenes Mannes verflüchtigt hat, der sich damit brüstet, jede Frau, die ihm über den Weg läuft, begrapschen, küssen oder anders demütigen zu können.

Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA ist endgültig im Halloween-Modus angekommen. Das bedeutet jede Menge harte Arbeit für Hillary Clinton, für die es auf der Zielgeraden nicht ausreichen wird, allein mit der Macht ihrer Argumente für die demokratische Agenda zu werben. Clinton muss zusätzlich mit aller Kraft an der Maske ihres Widersachers zerren, um den wahren Charakter des Menschen und Politikers Donald Trump für die Amerikaner sichtbar zu machen.

von Carsten Beckmann

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