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Den Hetzern die Stirn bieten

Antisemitismus Den Hetzern die Stirn bieten

Wer nach einer Antwort sucht, warum der blutige Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern trotz des vielen Leids offenbar nie ein Ende findet, der muss sich nur einmal die Szenen vergegenwärtigen, zu denen es in den vergangenen Tagen in Deutschland und anderen europäischen Ländern gekommen ist.

Beispiel Berlin: Da skandierten Teilnehmer einer Demonstration gegen Israels Militäreinsatz im Gazastreifen „Judenschwein“-Parolen und machten Jagd auf einen Passanten, der als Jude zu erkennen war. Passend dazu predigte in einer Neuköllner Moschee ein Imam, Allah möge die israelischen Soldaten bis zum letzten Mann töten.

Gewiss, es waren nur kleine Minderheiten, die hier unter Berufung auf Meinungsfreiheit übelsten Antisemitismus verbreiteten. Aber der Hass ist bezeichnend. Der Fanatismus einiger weniger hat noch immer jeden Versuch einer Verständigung in diesem endlosen Nahost-Drama kaputt gemacht. Seit Jahrzehnten geht das so in deprimierender Regelmäßigkeit. Und nichts lässt hoffen, dass die Spirale aus Hass und Gewalt einmal angehalten werden kann.

Israels Einmarsch in den Gazastreifen wurde von der Hamas provoziert. Der jüdische Staat - noch immer die einzige Demokratie in dieser Region - hat auch prompt so reagiert, wie es sich die ums politische Überleben kämpfende Palästinenser-Organisation ausgerechnet hat: mit einer brachialen Offensive, die in wenigen Tage Hunderte zivile Opfer forderte.

Ja, Protest gegen die unverhältnismäßige Wucht des Einsatzes ist legitim. Aber antijüdische Hetze ist erschreckend und beschämend. Hier haben offenbar fundamentalistische Muslime, Neonazis und Linksradikale einen gemeinsamen Nenner gefunden. Dass auch Mitglieder der Linken dabei waren, sollte die Gysi-Partei beschäftigen.

Es ist gut, dass alle Demokraten dieser Volksverhetzung mit klaren Worten entgegengetreten sind. Toleranz lässt sich nur bewahren, wenn ihren Gegnern die Stirn geboten wird. Den Neonazis wird bei uns zum Glück die Straße schon länger nicht mehr Protest-frei überlassen. Den Antisemiten darf sie genauso wenig gehören.

von Arnold Petersen

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