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China ist die neue Nummer eins

Gabriel China ist die neue Nummer eins

Als „obszön“ empfindet Vizekanzler Gabriel Putins Machtgehabe. Darin schwingt nicht nur Enttäuschung mit, sondern die Abkehr vom bisher umhegten, ganz besonderen strategischen Partner.

Das ist wichtig zu wissen, wenn Gabriel jetzt als Handlungsreisender der Bundesrepublik mit ganz großer Delegation bei den Machthabern der straffen Demokratur in China auftaucht.

China ist der neue Lieblingspartner der deutschen Politik. Die Kanzlerin schwärmt seit Jahren von der Durchgriffsfähigkeit der KP-Regenten. Sie weiß deren Möglichkeiten der Steuerung im großen Stil zu schätzen. Gabriel, der Türöffner der Industrie und spezielle Propagandist einer nachhaltig ausgelegten Energiepolitik, ist nun Teil dieser China-Fraktion vom Exportmeister Deutschland. Hier kann man noch mit Tonnen protzen, mit Milliarden hantieren. Und seit Russlands Rückbesinnung auf die aggressive Hinterhof-Politik ist Deutschland froh, mit China eine Großmacht zum herausgehobenen Partner zu haben, die noch fast ungestörte Export-Import-Beziehungen zulässt. An die Cyber-Attacken beginnt man sich zu gewöhnen, Plagiate verlieren irgendwann ihren Reiz, Peking scheint vertraglich verlässlicher als Moskau zu sein.

Mit drei ehemaligen Bundesministern sowie vielen Experten für Umwelt- und Verkehrstechnologie im Delegations-Geleit wird Gabriel ganz bestimmt Eindruck machen. Peking ist zum Mekka der Berliner geworden.

Mit dem abschreckend gemeinten Bedrohungsszenario „China, China, China“ versuchte 1969 der erste Kanzler einer Großen Koalition, Kurt Georg Kiesinger, die Bundesrepublik noch gegen das Riesenreich zu mobilisieren. Heute schickt man das Neueste an Elektromobilität, an Feinstaubfiltern, an computergestützten Werkzeugmaschinen in die Volksrepublik, um vom Boom einen möglichst großen Batzen abzubekommen. Trotz Kredit- und Finanzmarktkrise locken noch immer extragroße Gewinne. Verdrängt wird die Tatsache, dass China ein mindestens so großer Risikofaktor wie Russland werden dürfte, wenn dem Schmu mit der Volksdemokratie auf der Straße irgendwann der Garaus gemacht werden wird. Aber bis dahin geht, wer etwas bewegen und etwas werden will, nach China. Jetzt also Gabriel!

von Dieter Wonka

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