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Bärendienst für die Biobauern

Verbraucherschutz Bärendienst für die Biobauern

Bio ist bei immer mehr Kunden gefragt. Zum Teil sind die Produkte so begehrt, dass die Biobauern mit der Produktion die gestiegene Nachfrage nicht befriedigen können.

Das ist in gewisser Weise gut so, denn es garantiert den Produzenten vergleichsweise hohe Preise, mit denen sich die höheren Anforderungen, die der Anbau von Bio-Gemüse und -Obst mit sich bringt, finanzieren lassen.

Die Biobauern leben nämlich vor allem von der Qualität ihrer Produkte und im Handel von deren gutem Ruf. Deshalb ist es ein wahrer Bärendienst, den Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) den Biobauern leistet, wenn er sich auf EU-Ebene gegen schärfere Schadstoff-Grenzwerte einsetzt. Das schadet dem guten Ruf der Bio-Produkte und ist im Übrigen völlig überflüssig, weil die allermeisten deutschen Biobauern solche Grenzwerte nicht fürchten müssten. Ihren Kollegen in Italien gelingt deren Einhaltung nämlich auch.

Die Angst der Bundesregierung, das von ihr vorgegebene Ziel eines 20-prozentigen Anteils der Bio-Produkte könne nicht geschafft werden, ist völlig unbegründet. Kein Supermarkt kann es sich heute mehr erlauben, auf Bio-Lebensmittel zu verzichten. Mit jedem neuen Lebensmittelskandal wächst die Nachfrage nach gesunden Nahrungsmitteln. Dass das Gärtnern in den Großstädten wieder modern wird, kommt nicht von ungefähr. Deshalb können strenge Grenzwerte den Biobauern nicht schaden, sondern nur helfen. Das muss Christian Schmidt noch begreifen, auch wenn es nicht der traditionellen christsozialen Bauernpolitik entspricht.

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