Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 13 ° Regen

Navigation:
Auf dem Boden der Tatsachen

Hoeneß Auf dem Boden der Tatsachen

Respekt, wie die Kanzlerin sagt? Nein, Realität. Uli Hoeneß hat sich in sein Schicksal gefügt. Einen Tag nach dem Schuldspruch ist Zocker-Uli auf dem Boden der Tatsachen angekommen.

„Schlechtem Geld wirft man kein gutes hinterher“ - diese Spekulantenweisheit hat Hoeneß bei seinen Millionenverlusten oft genug missachtet. Jetzt, da es um sein Lebenswerk geht, rettet er sein letztes bisschen Kredit.

Durch seinen Rücktritt von allen Ämtern hat er dem FC Bayern eine Zerreißprobe erspart - und sich selbst die Demütigung, vom Hof gejagt zu werden. Der FC Bayern wird auch ohne ihn gewinnen - und dem Ex-Patriarchen die VIP-Loge öffnen, wenn er auf Hafturlaub zum Spiel kommt.

Auch der Verzicht auf Revision zeigt: Hoeneß hat seinen Realitätssinn wiedergefunden, der ihm noch beim Prozess fehlte. Vor dem Bundesgerichtshof hätte er höchstwahrscheinlich nichts zu gewinnen gehabt. Jahrelang hätte sein Fall in der Schwebe hängen können. Nun fährt er ein - und ist vermutlich bald Freigänger. Denn Hoeneß muss Geld verdienen: Bis zu 50 Millionen Euro an Steuern und Strafen sind noch offen. Das gibt sein Schweizer Konto nicht mehr her.

Und Merkels Wort vom „Respekt“? Das speist sich aus Erleichterung. Beim Prozess wurde nicht gefragt, wen Hoeneß um Hilfe bei seinem Schweizer Problem gebeten hat - die Kanzlerin vielleicht? Der Ausgestoßene akzeptiert sein Schicksal. Die Insider atmen auf.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Der politische Kommentar