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Appelle retten das Klima nicht

Erderwärmung Appelle retten das Klima nicht

Seit 15 Jahren macht die angebliche Erderwärmung nun schon Pause. Kälte- und Hitze­wellen hat es seit der letzten Eiszeit immer gegeben.

Und überhaupt: Wenn wir schon das Wetter für nächste Woche falsch voraussagen, wie wollen wir das Klima des Jahres 2100 prognostizieren? Es hagelt Einwände gegen den aktuellen UN-Klimabericht, und sie geraten in dem Maße polemischer, wie die Forscher alarmistischer werden. Immer noch werden die Experten als Gutmenschen, Panikmacher, ja falsche Propheten der Apokalypse verteufelt. In diesem Aufschrei droht die Lautstärke des Weckrufes zu verhallen, den die 840 Wissenschaftler aus 38 Ländern gesendet haben.

Ein Weckruf, der alle in der Vergangenheit veröffentlichten Warnungen an Schärfe und Nachdruck überbietet. Die Meere erwärmen sich offenbar weit stärker als gedacht, Gletscher schmelzen, Permafrostboden versumpft. Auch in gemäßigten Zonen wie Mitteleuropa drohen immer öfter Hitzewellen, im Wechsel mit Starkregen und Hochwasser. Noch härter trifft es die ärmsten Staaten, wo Dürren und Sturmfluten Ernten vernichten und Leid verschärfen werden. Die Wissenschaftler haben dieses Schreckensszenario mit keinerlei politischer Botschaft verküpft, das macht den Bericht umso glaubwürdiger.

Schon hat die Bundesregierung angekündigt, den Klimawandel auf die Agenda der Koalitionsgespräche zu setzen. Ein cleverer Schachzug von Umweltminister Altmaier, der sich gegenüber der SPD schnell noch einen grünen Anstrich gibt. Mit nationalen Alleingängen aber wird der Kampf ums Klima nicht gewonnen, gerade Kohlendioxid-Sünder wie USA, Russland, Indien und China gehören stärker in die Verantwortung.

Ob allein Appelle reichen, darf bezweifelt werden. Nur bindende Klimarichtlinien für alle könnten den Temperaturanstieg wirksam bremsen. Fragt sich nur, wieviele Katastrophen wir für diese Einsicht noch brauchen.

von Harald John

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