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Zusammen seit fast 150 Jahren bei der OP

Geschwister im selben Verlag Zusammen seit fast 150 Jahren bei der OP

Zusammengerechnet fast 150 Jahre arbeiten Regina und Helmut Luzius, Karina Ebeling und Ulrich Ried schon bei der OP. Und was verbindet die beiden Geschwisterpaare noch so?

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Ulrich Ried (von links) mit Schwester Karina Ebeling, Regina Luzius mit Bruder Helmut. Alle vier arbeiten seit Jahrzehnten bei der OP in verschiedenen Abteilungen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Geschwister teilen vieles, die ersten Jahre des Lebens, manchmal auch die gleichen Hobbys. Aber dass Bruder und Schwester im selben Betrieb arbeiten, kommt doch seltener vor.

Bei der OP arbeiten gleich zwei Geschwisterpaare, und zusammengerechnet haben die vier inzwischen 149 Jahre auf dem Konto. Noch eine Gemeinsamkeit teilen sie: alle kommen ursprünglich aus dem 1300-Seelen-Dörfchen Roßdorf.

Regina Luzius war die Erste, die 1974 im Alter von 15 Jahren ihre Ausbildung zur Bürokauffrau bei der OP begann. Ulrich Ried folgte ihr zwei Jahre später. „Ich durfte damals den technischen Betriebsleiter kennenlernen. Das war kein Freifahrtschein für die Ausbildungsstelle, aber er hatte bei der Auswahl sicher seine Hände im Spiel“, sagt er.
„1980 bekam dann mein Bruder Helmut durch mich einen Praktikumsplatz als Schriftsetzer“, sagt Regina Luzius. Darauf bewarb sich dieser ebenfalls um eine Ausbildungsstelle – mit Erfolg.

„Dabei war es weniger ausschlaggebend, dass meine Schwester hier arbeitete, sondern dass mir im Praktikum klar wurde, dass mir der Beruf des Schriftsetzers sehr gut gefällt“, sagt Helmut Luzius ( links,  ganz rechts: Regina).

„Ich muss wohl einen guten Eindruck hinterlassen haben, sodass man mir riet, ich solle mich um einen Ausbildungsplatz bewerben“, so Helmut Luzius 
weiter. Der Bleisatz spielte zu der Zeit schon keine Rolle mehr, Computer und Fotosatz waren eine kleine Revolution in der „schwarzen Kunst“ und weitere technische Veränderungen in Satz-, Layout- und Bildbearbeitungsprogrammen folgten.

Die vierte und jüngste im Bunde, Karina Ebeling, hatte es etwas einfacher. „Ich kam 1985 ohne eine direkte Bewerbung rein“, gesteht sie. „Ich hatte mich lange auf Stellen im Pflegebereich beworben, aber nur Absagen bekommen. 
Daraufhin fragte mein Vater bei dem Betriebsleiter wegen 
einer Ausbildungsstelle nach“, erzählt Ebeling.

An das, was dann kam, erinnert sie sich bis heute sehr gut: „Mein Bruder Ulrich legte 
mir eines Tages einen Notizzettel auf den Tisch und sagte: ‚Das hättest du verdient, wenn du bei der OP hättest anfangen können‘. Meine Enttäuschung war riesig! Als er sah, dass ich den Tränen nahe war, schob er schnell hinterher: wenn ich wolle, könne ich am 1. August meine Ausbildung in der Druckformherstellung anfangen.“

Vor allem für sie war es von Vorteil, den großen Bruder immer in der Nähe zu wissen, erzählt sie: „Als Lehrling und fast einzige Frau in der Druckerei musste ich mir schon die ein oder anderen Kommentare der männlichen Kollegen anhören.

Wechsel sind dem
 Fortschritt geschuldet

Ich war sehr schüchtern, und so half mir allein das Wissen enorm, dass mein Bruder nur ein paar Türen weiter im Druckereibüro arbeitete. Ich ließ ihn aber meistens in Ruhe, ich wollte ja nicht die nervige kleine Schwester sein.“

Als 1996 die Akzidenzdruckerei der OP ihre Pforten schloss, zog Ulrich Ried, wie viele andere, von der Druckerei in das Verlagsgebäude im Franz-Tuczek-Weg ein. Er war fortan als Vertriebs-Inspektor für die damaligen Zusteller des Wochenblattes „Hinterland extra“ zuständig. „Aushilfsweise transportierte ich das ‚Hinterland extra‘ zu den Zustellern. Da habe ich zum ersten Mal gesehen, wie schön eigentlich das Hinterland ist“, erinnert er sich. Über die Jahre wechselten alle vier, dem persönlichen und technischen Fortschritt geschuldet, die Abteilungen.

„Anfangs war ich in der Anzeigenmontage und im Akzidenzsatz, danach im Anzeigensatz. Inzwischen bin ich in der Produktionssteuerung“, erklärt Helmut Luzius.

Seine Schwester 
arbeitete 
nach der Ausbildung 
im Druckereibüro bis sie 1980 in die Anzeigenabteilung und von dort in die Anzeigen-Disposition wechselte. „In der Zeit von 2003 bis 2011 war ich für den Anzeigensatz als Teamleiterin zuständig. Seit etwa zehn Jahren bin ich in der Blattplanung“, sagt sie.

Karina Ebeling ( das Baby auf dem Arm) tauschte Montagetisch und Skalpell aus der Druckformherstellung gegen Schreibtisch und Maus im Anzeigensatz, während ihr Bruder Ulrich ( hinten rechts) erst in die Verkaufsabteilung, und dann in den Kundenservice im Schlossbergcenter wechselte.

„Somit haben Karina und ich recht wenig Kontakt auf der Arbeit. Es kann vorkommen, dass ich eine Familien-Anzeige von einem 
Kunden aufnehme und Karina sie dann setzt und mich bei Rückfragen anruft“, erklärt Ulrich Ried und Karina fügt hinzu: „Am Telefon geht man als Geschwister vielleicht vertrauter um, aber Berufliches wird von Privatem getrennt.“

Regina und Helmut Luzius dagegen arbeiten recht viel zusammen. „Als ‚Blattplanerin‘ erstelle ich im Team täglich den Seitenspiegel für die OP und wöchentlich für die Anzeigenblätter. Darauf ist festgehalten, welchen Umfang die Zeitung hat und welche Seiten den einzelnen Ressorts zur Verfügung stehen. Zum Anzeigenschluss erhalten die Abteilungen den fertigen Spiegel“, erklärt Regina Luzius.

„Die Produktionssteuerung nimmt den Spiegel entgegen und ich umbreche die Anzeigenseiten. In der Spätschicht sitze ich am Newsdesk zwischen den Kollegen der Redaktion, hier sind die Textseiten zu überprüfen und Bilder zu bearbeiten, bei technischen Problemen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die fertigen Seiten werden in die Druckerei geschickt und zum Abschluss des Tages für das E-Paper der Zeitung bereitgestellt“, sagt Helmut Luzius.

Gemeinsam waren die Geschwister auf so mancher betrieblichen Weihnachtsfeier 
und auf Grillfesten anzutreffen. Trotzdem wüsste längst nicht jeder der Kollegen, dass sie verwandt sind, sagen die vier.

von Lisa-Martina Klein

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