Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Wo die Pferde entspannt schnarchen

Das wäre mal eine(r) Wo die Pferde entspannt schnarchen

Bianca Hoss und Marzia Sidney Knoll lieben ausgedehnte Ausritte. Sie lieben aber auch ihre Pferde und wollen sie daher möglichst artgerecht ­halten. Das kostet den beiden und ihren Männern viel Zeit und Arbeit.

Voriger Artikel
Schmidt kam zur Fußball-WM
Nächster Artikel
Ein spritziger Ausblick

Marzia Sidney Knoll (links) und Bianca Hoss haben ihre Pferde und Ponys zu einer Herde zusammengeschmiedet. Wichtig ist den beiden Frauen die artgerechte Haltung der Tiere. Daher leben sie im Sommer in einem weitläufigen Paddock-Trail.

Quelle: Patricia Grähling

Ebsdorf. Es ist ein kleines Familienunternehmen: Der Paddock-Trail bei Ebsdorf, den Bianca Hoss und Marzia Sidney Knoll für ihre Pferde gestaltet haben. Auch die beiden Ehemänner Rainer Hoss und Kevin Knoll packen regelmäßig mit an, denn gerade handwerklich gibt es immer was zu tun. Und die beiden Familien haben in den vergangenen zwei Jahren einiges geleistet, damit die drei Pferde und zwei Ponys es gut haben.

„Als wir angefangen haben, haben sich erst mal viele Spaziergänger gewundert“, erzählt Bianca Hoss. „Wir mussten viele Zäune ziehen.“ Eine einfache grüne Weide gibt es hier nicht. Es gibt ausgetretene Pfade, bewegliche Zäune und unberührtes Gras. Denn: Bei einer Haltung im Paddock-Trail geht es darum, die Pferde artgerecht zu halten - und in freier Wildbahn laufen sie laut Hoss rund 30 Kilometer am Tag durch die Steppe. „Wir haben mit den Zäunen künstliche Pfade angelegt, auf denen die Pferde sich bewegen können“, sagt Marzia Sidney Knoll.

Damit die Pferde sich auch wirklich bewegen können, schaffen die beiden Pferdehalterinnen immer wieder neue Anreize: Die Wasserstellen sind vom Heu weit entfernt, es gibt einen hohlen Baumstumpf, in dem die Tiere nach Lecksteinen suchen müssen, der Wälzplatz ist von der „Chillecke“ getrennt - und immer wieder gibt es eine kleine Ecke frisches Gras, wenn die beiden Frauen den Zaun wieder ein Stück versetzen und unberührtes Grün freigeben.

Der erste Urlaub seit fünf Jahren wird möglich

„Durch die Zäune begrenzen wir auch die Futtermenge“, erklärt Hoss. Denn der Stoffwechsel der Pferde sei auf mageres Steppengras ausgelegt. „Unser fettes Kuhgras in Deutschland ist zu eiweißhaltig“, sagt Marzia Sidney Knoll. Zu viel davon und die Tiere würden fett und krank werden. Die beiden Pferdefreundinnen haben daher auf der Weide ihrer Pferde extra ein nährstoffärmeres Gras eingesät.

Gefunden haben die beiden Frauen sich vor zwei Jahren. Damals kam Knolls Pony Casper zur Welt und zog viele Besucher an. „Wir kamen dann ins Gespräch über artgerechte Haltung von Pferden“, erinnert Knoll sich. „Wir wollten, dass unsere Pferde in einer Herde laufen, statt in einer Box zu stehen.“ Und weil beide Frauen ähnlich tickten, zeichneten sie Pläne und begannen bald, auf der Wiese der Familie Hoss den Paddock-Trail zu gestalten.

„Wir reiten nicht jeden Tag“, sagt Hoss. Daher sei ein solcher Trail perfekt, um die Tiere dennoch in Bewegung zu halten. Die Paddock-Haltung mache sich schon bemerkbar: „Die Pferde sind ausgeglichener und tiefenentspannt“, sagt Knoll. So lägen die Tiere teilweise mit ausgestrecktem Kopf und schnarchend im Sandplatz. „Wenn man seine Pferde so entspannt sieht, dann lohnt sich der ganze Aufwand.“ Entspannter sind auch die Besitzerinnen: „Diese Haltungsform kostet weniger Zeit, als eine Haltung in der Box“, sagt Hoss. Die Pferde müssen nicht täglich ausgeritten werden. „Wir müssen nur jeden Tag die Zäune neu stecken und Futter auffüllen“, ergänzt Knoll. Und zu zweit könne man sich da leicht abwechseln. „Bianca macht jetzt das erste Mal seit fünf Jahren Urlaub“, sagt Knoll. Das freue auch die Familie.

Entspannter seien auch die Ausritte: Laut Knoll seien die Pferde durch die tägliche Bewegung im Trail gut trainiert. „Da kommen sie auch nach einem dreistündigen Ritt kaum ins Schwitzen.“

Bianca Hoss hatte schon immer eine Leidenschaft für Pferde: Ihr erstes Pony hat sie mit zwölf Jahren bekommen. „Es wäre sonst zum Schlachter gekommen“, erinnert sie sich. Von ihrem Konfirmationsgeld kaufte sie sich dann ihr erstes Pferd. Mit Pferd und Ziegenbock ritt sie rund 25 Jahre lang durch Dorf und Feld, bis sie weitere Pferde bekam.

Marzia Sidney Knoll hat erst seit zwei Jahren ihr erstes eigenes Pferd: Das Westernpferd Navarro. Vorher hatte sie nur Reitbeteiligungen. Als sie jedoch zu ihrem Mann nach Leidenhofen zog, nutzte sie die Gelegenheit: „Die Familie hat einen Bauernhof und Platz und ich hab den Job gewechselt und konnte mir damit endlich ein Pferd leisten.“ Und damit Navarro nicht alleine steht, kamen die Ponys hinzu. Das war, bevor die beiden Frauen sich trafen und aus ihren Tieren eine glückliche Herde machten.

von Patricia Grähling

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Mit der OP durch das Gartenjahr

Experten-Tipps von der ersten Saat bis zur letzten Ernte

In unseren Video-Beiträgen (oben) erklären die heimischen Direktkandidaten, warum sie nach Berlin in den Bundestag wollen. Wenn heute Wahl wäre, wen würden Sie wählen?

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr