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Von Marburg ins Auswärtige Amt

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In der Politik hat Dörte Dinger schon früh mitgemischt: Sie war sehr ­aktiv bei den Jusos, übernahm einige Jahre den Vorsitz im Unterbezirksvorstand. Heute arbeitet sie in Berlin.

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Quelle: privat

Marburg. Dörte Dinger war einige Jahre aus dem politischen Marburg kaum wegzudenken. Sie engagierte sich acht Jahre lang sehr für die Jusos, war bis Februar 2009 Unterbezirksvorsitzende. Außerdem war sie aktiv im SPD-Ortsverband Marburg-Mitte und arbeitete im SPD-Vorstand des Bezirks Marburg-Biedenkopf mit.

2006 war sie bereits mit dem Studium in Marburg fertig und begann mit der Promotion an der Uni in Bremen. „Trotzdem war ich noch bei den Marburger Jusos aktiv, bin jedes Wochenende gependelt“, erzählt Dörte Dinger heute. Irgendwann sei es ihr zu viel geworden: Um sich auf die Dissertation konzentrieren zu können, gab sie ihre Ämter bei der SPD ab und ging „schweren Herzens“ ganz aus Marburg weg.

Referentin des Fraktionsvorsitzenden

Ein Jahr später hatte Dinger die Dissertation fertiggestellt. Ein politisches Thema hatte die Arbeit natürlich: Sie untersuchte die deutsch-italienischen Beziehungen und deren Veränderungen im Laufe der Geschichte unter der Fragestellung „From friends to collaborators?“ – also zu deutsch: „Von Freunden zu Mitarbeitern?“

2011 wurde die damals 30-Jährige die Referentin des Fraktionsvorsitzenden der SPD, Frank-Walter Steinmeier. „Dabei hat mir die politische Arbeit in Marburg sehr geholfen, diesen Job zu bekommen“, erklärt Dinger. Sie kannte die Partei gut, war selbst politisch aktiv, kannte die Arbeit in der Parteibasis und konnte den Kontakt zu den Ortsvereinen halten. Bis zum Ende der Legislaturperiode 2013 blieb Dinger Referentin.

Bis heute steht Dinger politisch nicht als Abgeordnete in der ersten Reihe. Sie arbeitet aber ganz oben in Berlin mit: Die Marburgerin ist Leiterin des Parlaments- und Kabinettsreferats des Auswärtigen Amtes. Seit 2014 arbeitet sie für Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) auf diesem Posten.

Wurzeln liegen in basispolitischer Arbeit

„Ich bin hier ein Sonderfall“, erklärt sie mit einem Lachen. Sonst arbeiten im Auswärtigen Amt vor allem Diplomaten, Dinger selbst gehöre allerdings zum politischen Personal: „Ich betreue die Kontakte zum Bundestag und speziell zur SPD“, erklärt sie. Sie betreue die Ausschüsse und werbe bei Abgeordneten dafür, dass Steinmeier für seine Politik Rückhalt bei den Abgeordneten bekomme. „Ich mache quasi die Innenpolitik der Außenpolitik“, sagt sie.

Die Wurzeln von Dinger liegen in der basispolitischen Arbeit. „Das hilft mir heute sehr“, erklärt sie. Sie kenne die engagierten Wahlhelfer, die in ihrer Freizeit Flyer verteilen, sie kenne die Arbeit der Jusos und habe viele Kontakte in die Partei hinein. „Berlin ist eine Käseglocke. Mit meiner Verwurzelung in der Partei kann ich Steinmeier da sehr helfen“, führt Dinger aus. So könne sie ihre Kontakte nutzen und vor allen Dingen Reaktionen der SPD-Mitglieder auf politische Entscheidungen vorab einschätzen.

„Außerdem sind die Jusos – ebenso wie die Jugendorganisationen der anderen Parteien – ein gutes Trainingslager für Meinungsbildung“, sagt die Leiterin aus dem Auswärtigen Amt. Bei den Jusos habe sie schließlich das Diskutieren gelernt.

Studium brachte die theoretischen Grundlagen

Ein weiterer Pluspunkt, der Dinger in ihrem neuem Amt an der Seite des Außenministers hilft: In Marburg studierte sie Politikwissenschaften, promovierte in Bremen. „Mein Schwerpunkt lag dabei immer auf den internationalen Beziehungen. Das sind hervorragende theoretische Grundlagen für die Arbeit im Auswärtigen Amt.“

Marburg hat Dörte Dinger übrigens zwar als Wohnort hinter sich gelassen. Sie hat aber immer noch Verbindungen in die Stadt und hält nicht nur aus beruflichen Gründen Kontakt zu der Parteibasis in Marburg. Beruflich begleitete sie etwa Steinmeier im Wahlkampf nach Marburg, privat besucht sie aber etwa immer mal wieder ihren guten Freund Sören Bartol. „Ich bin die Patentante seines Kindes und komme natürlich zur Taufe“, verrät sie.

von Patricia Grähling

 
Eine von hier

Name : Dörte Dinger

Geboren : 24.03.1981

Was macht sie jetzt? Sie ist Leiterin des Parlaments- und Kabinettsreferates des Auswärtigen Amts.

Kommt sie noch vorbei? Sie hat noch berufliche und private Kontakte, die sie hin und wieder nach Marburg führen.

O-Ton : „Die Jusos sind – ebenso wie die Jugendorganisationen der anderen Parteien – ein gutes Trainingslager für Meinungsbildung.“

 
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