Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Tanzend zurück zur Lebensfreude

Das wäre mal eine Tanzend zurück zur Lebensfreude

Die 63-jährige Almuth Westecker hat mit der
freien Tanzform Biodanza gelernt, ihren Körper 
nicht nur als kranken Teil von sich wahrzunehmen, sondern wieder voller Energie zu spüren.

Voriger Artikel
Er erlebte Geschichte zum Anfassen
Nächster Artikel
„Der Gesellschaft etwas zurückgeben“

Almuth Westecker hat während der Rehabilitation von ihrer Krebserkrankung gute Erfahrungen mit der neuen Tanzform gemacht und möchte diese weitergeben.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Auch wenn Biodanza keine Therapieform ist, hat die freie Tanzform Almuth Westecker nach ihrer Krebserkrankung sehr geholfen.

„Ich habe gemerkt, dass mein Körper noch da und nicht nur krank ist“, erklärt die 63-Jährige ihre Erfahrung während der Rehabilitation. Biodanza war für sie bei der Genesung eine besonders positive Erfahrung zum eigenen Körper, der ihr ein Stück Lebensfreude zurückgebracht habe, wenn auch zu Beginn auf kleinem Niveau.

Beim Tanzen habe sie gespürt, dass der von den Behandlungen belastete Körper doch noch Energie habe und sich wieder als Ganzes gefühlt. „Ich merke auch, dass ich dann mehr Kräfte habe, als wenn ich nur Sport mache“, berichtet sie.

„Es geht um das Erleben 
und das Wahrnehmen“

Sie war so begeistert, dass sie selbst eine Ausbildung zur Biodanza-Lehrerin absolvierte. In den vergangenen drei Jahren verbrachte sie jährlich zehn Wochenenden in den Biodanza-Schulen in Kassel und Marburg bei Erhard Söhner und Barbara Schlender. Als Biodanza-Leiterin unter Supervision bekommt sie weiterhin Rückmeldung bei Treffen in einer Supervisions-Gruppe mit anderen angehenden Biodanza-Lehrern.

Kennengelernt hat Westecker Söhner und Schlender bei einem Biodanza-Urlaub in deren Akademie im Klappholttal im Nordsylter Naturschutzgebiet und besuchte mit ihrem Ehemann auch die Jahresgruppe von Erhard Söhner in Marburg. Heute ist sie aber nicht mehr dabei, da mittwochs die Chorproben der Kurhessischen Kantorei stattfinden, in der Westecker mitsingt.

Söhners Gruppe in Marburg trifft sich alle zwei Wochen mittwochs ab 19 Uhr im Philippshaus. Der nächste Kurs startet nach den Herbstferien. „Es geht um das Erleben und das Wahrnehmen – nicht um eine Therapie“, bekräftigt Biodanza-Lehrer Söhner. „Biodanza geht von drei bis vier Personen bis zu 1000“, lacht der gelernte Gartenarchitekt, der in Biodanza-Schulen auf der ganzen Welt von Brasilien bis Norwegen unterrichtet.

An den Kursen in Marburg nehmen im Schnitt etwa 20 Menschen teil, viele sind schon seit mehreren Jahren dabei, Neulinge werden aber schnell aufgenommen. Jeder Kurs erstreckt sich über einen Zyklus von fünf bis zehn Sitzungen. Dabei entwickele sich die Gruppe immer mehr zu einer Art Schutzraum, in dem sich jeder öffnen kann, beschreibt Söhner. Der Ursprungsgedanke von Biodanza sei, das Potenzial in sich selbst zu wecken, erklärt Söhner: „Es geht darum zu sehen, was in mir schlummert.“

Biodanza ( Foto: Erhard Söhner) zu beschreiben fällt den meisten schwer, denn es ist nichts festgelegt – weder Schrittfolgen, noch die Musik. „Biodanza ist einfach, so wie das Leben einfach ist“, sagt Söhner. Zu unterschiedlicher Musik von Rock über Klassik und Jazz bis zu lateinamerikanischer Musik tanzt jeder, wie es sich für ihn gut anfühlt.

Das sieht bei jedem anders aus: Manche tanzen von Anfang an gelassen und mit ausschweifenden Bewegungen, andere wackeln erst einmal vor sich hin. Intensität, Rhythmus oder Geschwindigkeit bestimmt jeder selbst. ­„Jede Bewegung ist richtig, es gibt kein Falsch“, betont der Biodanza-Lehrer.

Almuth Westeckers erste Gruppe als Biodanza-Leiterin unter Supervision startet am heutigen Samstag. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrung möchte sie den Kurs besonders im Umfeld von Krebskranken und ehemaligen Erkrankten anbieten, sagt Westecker. „Ich habe festgestellt, dass das eine sehr gute Begleitung ist“, erläutert die ehemalige Krebskranke. „Es ist sehr schön, wenn man merkt, dass der Körper wieder sprechen und schöne Sachen ausdrücken kann und sich nicht mehr nur krank anfühlt“, erklärt die 63-Jährige.

Mit „Biodanza für mich – komm tanzen“ wendet sich Almuth Westecker an alle, die Biodanza mal ausprobieren wollen. Der Kurs geht über drei Nachmittage, am 1. und 15. Oktober sowie am 12. November, kann aber auch einzeln besucht werden. Treffpunkt ist ab 16.30 Uhr zum Teetrinken im Haus der Begegnung St. Vincenz in der Bahnhofstraße. Zum gemeinsamen Tanz geht es von 17 bis 18 Uhr. Jeder Nachmittag kann einzeln besucht werden.

Jede Bewegung, jedes Gefühl sei okay, bekräftigt Westecker, die hofft, durch die Gruppe Halt bieten zu können, so wie sie es erlebt hat. Besonders gefalle ihr an Biodanza die Haltung der völligen Akzeptanz, wie sie erklärt: „Jeder ist richtig, genauso wie er da ist“.

von Mareike Bader

Biodanza
Weitere Infos zu Biodanza unter www.biodanza-mitte.de. Für den Kurs von Almuth Westecker, der diesen Samstag, 1. Oktober, startet, bittet sie um vorherige Anmeldung per 
E-Mail an bio­danzafuermich
@arcor.de oder per Telefon 0176/47972179.
 
 
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Willkommen im Leben

Hier finden Sie alle neuen Erdenbürger aus dem Landkreis ab September 2017

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Mit der OP durch das Gartenjahr

Experten-Tipps von der ersten Saat bis zur letzten Ernte

In unseren Video-Beiträgen (oben) erklären die heimischen Direktkandidaten, warum sie nach Berlin in den Bundestag wollen. Wenn heute Wahl wäre, wen würden Sie wählen?

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr