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Ohne Garten und Gesang geht es nicht

Das wäre mal einer Ohne Garten und Gesang geht es nicht

Ein imposantes, stimmgewaltiges Konzert, mitten im Grünen, zwischen blühenden Blumen und mit den Sängern aus seinem Verein – dieses Szenario wäre wie geschaffen für Musik- und Naturfan Wolfgang Lemmer.

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Nicht nur beim Singen, auch mitten zwischen Blumen, Ranken und Wasserspielen in seinem Garten lässt Wolfgang Lemmer am liebsten den Tag ausklingen.

Quelle: Ina Tannert

Ebsdorf. Nichts liebt der gebürtige Ebsdorfer in seiner Freizeit so sehr wie den gemeinsamen Gesang mit den Vereinskollegen und die Arbeit im eigenen, liebevoll gepflegten Garten. Seit 20 Jahren ist er der viel beschäftigte Vorsitzende des Männergesangvereins 1894 Ebsdorf, seine Begeisterung für die Chormusik wird er wohl nie verlieren.

Er singt seit knapp 30 Jahren im Verein, heute als erster Tenor, „das ist einfach meine Leidenschaft, mein großes Hobby“, schwärmt der 54-Jährige. Die umfangreiche Vorstandsarbeit für den Verein beginnt dabei für den Tischler erst nach Feierabend, kann durchaus auch „sehr anstrengend“ werden. Doch er macht sie mit Herzblut, genießt die Geselligkeit eines 
 regen Vereinslebens, koordiniert die Auftritte der Chöre, beantwortet Anfragen, Telefonate und hält seine Truppe zusammen.

Von Volksmusik bis zum Popsong

Die Leitung liegt ihm, er ist ein Organisationstalent, „ich manage einfach gerne Sachen“, fasst er zusammen und grinst. Dabei gibt es genug zu erledigen: Sein Verein besteht mittlerweile aus rund 150 Mitgliedern, über 100 singen aktiv in den Abteilungen Männerchor, Kinderchor und dem Projektchor Neue Töne. „Wir haben tolle Sänger und eine super Mischung“, freut sich der Vereinschef.

Gemeinsam widmen sich die Mitglieder einem bunten 
musikalischen Mix aus Tradition und Moderne. Ebenso flexibel ist auch der persönliche Musikgeschmack des Vorsitzenden. Er hört selber gerne allerhand Stile, von klassischer Volksmusik bis zu modernen Popsongs, „da bin ich offen, ich singe Gospel genauso gerne wie alte Volkslieder“. Doch ein bestimmter Oldie-Hit hat es ihm dann doch besonders angetan, verrät er: sein Lieblingslied ist „Mendocino“ von Doug Sahm, bekannt durch den Hit von Sir Douglas Quintets. „Das ist einfach ein Ohrwurm“, sagt er lachend.

Große Freude hat er an den vereinseigenen „Bartsängern“, einer kleinen Gruppe von Sängern, die spontane wie originelle Ständchen bei Geburtstagen oder Hochzeiten zum Besten gibt, dafür bekannte Texte humorvoll umdichtet. „Ohne Spaß gehe es einfach nicht“, beschreibt er das Vereinsleben.

Seine Aufgaben im Vorstand geht Lemmer dabei organisiert an, schreibt die regelmäßigen Anfragen, Ideen, Probleme und Wünsche der Vereinskollegen in sein kleines Notizbuch, „denn sonst verliert man den Überblick“. Er plant Konzerttermine, Chorfreizeiten, kümmert sich gemeinsam mit den Dirigenten um neue Noten und Lieder und verteilt anfallende Aufgaben. „Alle Fäden laufen bei mir zusammen“.

Ohne das anhaltende Engagement seiner Sängerkollegen wäre dies kaum möglich, „Die Leute machen gerne mit, ich habe eine gute Mannschaft bei mir, mit der man was auf die Beine stellen kann“, lobt Lemmer ausgiebig seine Truppe. Und das ist ihm sehr wichtig, war ihm immer ein Antrieb, will er doch 
einen hohen musikalischen Anspruch bei seinen Chören aufrecht erhalten: „Es soll alles perfekt laufen, auf gutem Niveau und alle sollen Freude daran haben, denn ohne Spaß geht es eben einfach nicht“, wiederholt er sich.

Leidenschaft für den Gartenbau vom Opa gelernt

Große Freude hat Lemmer neben der Musik ebenso an Reisen und vor allem an der freien Natur: Hat der Tischlermeister neben seinem eigentlichen Beruf und der zeitaufwendigen Vorstandsarbeit einmal Zeit für sich, verbringt er die am liebsten in seinen Gärten. Schon der Hinterhof seines Hauses präsentiert sich im Spätsommer als blühendes Idyll voller farbenfroher Blumen, Rankengewächse und Gemüsepflanzen, die der Hobbygärtner heranzieht. Rosen und Sommerblumen teilen sich den Hof samt einer großzügigen Gartenparzelle im Ort mit Salat, Erdbeeren und Tomatenpflanzen.

So wie die Chormusik teilt er sich auch das Hobby in der freien Natur mit Ehefrau Irmgard. „Wir sind schwere Gartenfans, es ist ein Lieblingshobby von uns“, freut er sich. Die Arbeit wird geteilt: Während die Gattin sich um Pflege und Aufzucht der Pflanzen kümmert, ist er „eher der Gestalter“. Die Leidenschaft für den Gartenbau hat er schon von seinem Opa geerbt, „ohne Garten könnte ich nicht leben, es ist ein toller Ausgleich zum Beruf“, sagt er.

Garten, Gesang und die Geselligkeit im Verein machen einen Großteil seiner Freizeit aus. Dies will er noch lange aufrechterhalten, sich dabei auch etwas mehr zurücknehmen: nach zwei Jahrzehnten als Vorsitzender will Lemmer die Vereinsleitung 
Ende dieses Jahres abgeben. Ersatz hat sich bereits gefunden, was häufig keine Selbstverständlichkeit in der bunten Vereinslandschaft ist. Seine Erfahrungen und sein Engagement wird der 54-Jährige jedoch weiterhin dem Verein und dem Gesang widmen, dann aber nicht mehr an vorderster Front, sondern „aus dem Hintergrund 
heraus“.

  • In der OP-Serie „Das wäre 
mal eine(r)“ stellen wir auf dieser Sonderseite anlässlich des Jubeljahres 150 Jahre Oberhessische Presse, die an 150 Tagen erscheint, Menschen mit besonderen Geschichten, Hobbys oder Berufen vor. Kennen auch Sie jemanden, von dem Sie sagen „Das wäre mal eine(r) für eine tolle Geschichte in der OP“? Dann senden Sie uns Ihren Vorschlag per Mail an 
 150@op-marburg.de.

von Ina Tannert

Unter Leitung von Klaus Fillsack singt der MGV Ebsdorf moderne und klassische Lieder. Mit dabei sind die Sänger auch regelmäßig bei dem Schlosskonzert in Rauischholzhausen. Wolfgang Lemmer (links) singt mit Leidenschaft den ersten Tenor. Archivfoto: Manfred Schuber
 
 
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