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Mit Gott einmal um die Welt

Das wäre mal einer Mit Gott einmal um die Welt

Surfen in Australien, Weihnachten am Strand von Hawaii und die eigene Taufe in Miami: Nathanael Rauch hat sich sieben Monate eine Auszeit gegönnt. Er ist um die Welt gereist und hat auf fremden Sofas geschlafen.

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Nathanael Rauch hat auf seiner Weltreise viel gesehen: Unter anderem saß er hoch über Kapstadt.

Quelle: Privat

Ebsdorf. Viele Eindrücke hat Nathanael Rauch von seiner Weltreise mitgebracht - von anderen Kulturen und Lebensweisen, von offenen und herzlichen Menschen und von peppigen Gottesdiensten. Seine Augen leuchten, wenn der 22-Jährige von den sieben Monaten spricht, die er zusammen mit zwei Freundinnen an wundervollen Stränden verbracht hat.

Vor allem hat der junge Abenteurer drei Erkenntnisse mitgebracht. Erstens: „Ich kann alles tun durch Jesus der mich stärkt“, wie es im Philipperbrief in der Bibel heißt. „Es kann viel passieren auf so einer Reise, aber ich habe mich sicher und wohl gefühlt, weil ich mit Gott gereist bin“, sagt Rauch.

Zweitens: „Es ist schön, ein eigenes Bett zu haben und in einer sicheren Umgebung zu leben“, erklärt Rauch. „Nahrung, Trinken und ein eigenes Bett nimmt man nach so einer Reise wieder anders wahr.“ Dennoch liebe er das Reisen, werde „auf jeden Fall“ noch einige Welt­reisen machen. Denn trotz des eigenen Bettes: „Es gibt noch so viele Orte zu entdecken.“

Und die dritte Erkenntnis: „So eine Weltreise ist gar nicht so teuer, wie man denkt“, sagt der Ebsdorfer. Er habe nicht einmal 9000 Euro ausgegeben. Natürlich sei das viel Geld, er habe ein Jahr lang einen Großteil seines Lohns aus dem Anerkennungsjahr als Erzieher zurückgelegt. Dafür sei er reich an Erfahrungen und Erinnerungen zurückgekommen. Relativ günstig war die siebenmonatige Reise von Rauch, weil er ein „Couchsurfer“ wurde. Er ist in einer Gemeinschaft, in der Mitglieder auf der ganzen Welt einander Schlafplätze zur Verfügung stellen. Er und seine Begleiterinnen hatten sich bewusst für diese Art des Reisens entschieden - nicht nur um Geld zu sparen: „Vor allem wollten wir die Menschen und die Orte kennen lernen“, sagt Rauch. So haben die drei jungen Abenteurer direkt in fremden Familien gelebt, deren Kultur kennen gelernt und viele Orte gesehen, die normale Touristen eher nicht zu Gesicht bekommen.

Start war in Australien

Gestartet ist Rauch in Australien. Dort blieb die kleine Truppe sechs Wochen, trampte durch das Land. „Die Leute halten eher bei jungen Frauen, deswegen habe ich mich oft versteckt, bis ein Wagen hielt“, erklärt Rauch und lacht spitzbübisch. Nicht nur in Autos seien die drei Reisenden mitgefahren, sondern auch in Lkw und auf Traktoren. „Wenn man zusammen reist, geht das“, sagt Rauch. „Aber wir hatten auch zwei unangenehme Fahrer, die Anspielungen bei den Mädels gemacht haben.“

Traumhaft wurde es dann bei den Unterkünften: „Wir haben oft direkt am Meer gelebt. Unsere Gastgeber hatten riesige Poolanlagen. Das war besser als jedes Hotel und komplett kostenlos“, schwärmt der Ebsdorfer.

Von Australien ging es für die Gruppe nach Neuseeland, dann nach Hawaii, zwei Monate in die USA und abschließend nach Brasilien und Südafrika. In jedem Land waren dem christlichen 22-Jährigen nicht nur die Kultur und die Sehenswürdigkeiten wichtig, sondern auch die Kirchengemeinden. „In den USA gehen die 18- bis 30-Jährigen in die Gottesdienste. Die Musik ist cool und es ist einfach peppig.“ Das bewegte Rauch auch dazu, sich in Miami nochmal taufen zu lassen. „Als Kind konnte ich mich ja nicht selbst dazu entscheiden. Jetzt schon“, sagt er.

Weihnachten am Strand

Wenn Rauch dann über sein „Couchsurfing“ manchmal keine Übernachtungsmöglichkeit gefunden hat, nahmen ihn Mitglieder der Kirchengemeinden mit nach Hause. „Ich habe so viele offene und nette Leute kennen gelernt, die mich dann auch weitervermittelt haben an andere Freunde, bei denen ich wiederum übernachten konnte.“ So kam es dann auch auf Hawaii dazu, dass der Ebsdorfer mit Christen aus Brasilien Weihnachten bei einem Lagerfeuer am Strand feierte, kurz danach auf eine Verlobungs­feier eingeladen wurde und Silvester nicht nur ein internationales Buffett genoss, sondern auch mit Schildkröten schwamm.

Das mag für viele schon Abenteuer genug sein. Doch die drei Reisenden haben das Leben in den verschiedenen Kulturen voll ausgekostet: Sie tauchten mit weißen Haien im Meer, lernten bei einem Gastgeber das Surfen, wanderten auf den Tafelberg, probierten sich im Bungee-Jumping, fuhren mit einem Leihwagen zu den Nationalparks in Amerika, spielten Fußball mit den Jungs in südafrikanischen Slums und feierten mit vielen neuen Freunden. „Wir hatten richtig viel Spaß, ohne dafür viel Geld zu bezahlen.“

Zurück in der deutschen Realität

Jetzt ist Rauch wieder in der deutschen Realität angelangt, konnte kurz nach seiner Ankunft in einem Kinderheim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit der Arbeit beginnen. Dort hatte er auch seine Ausbildung gemacht. Pläne für die nächsten Reisen hat er allerdings auch schon längst: Nächsten Sommer geht es nach Schweden, wo er eine Bibelschule und einen Freund besuchen will. „Ich will Europa erkunden und dann wieder die ganze Welt.“

Nebenbei will der junge Ebsdorfer mit den blonden Locken vielleicht auch modeln. Bereits vor seiner Weltreise hat der Hobbyfußballer einige Cas­tings in Marburg gewonnen, eine Münchner Agentur will ihn nun in ihre Kartei aufnehmen. „Manchmal muss man sich was trauen und so etwas probieren“, erzählt er, wie es zu seiner Teilnahme an den Marburger Castings kam. „Ich bin immer bereit, Neues auszuprobieren und verschiedene Sachen zu sehen.“

  • Und er erzählt auch gerne von seinen Abenteuern: Am 7. August um 10.30 Uhr hält Nathanael Rauch im CVJM-Haus in Leidenhofen einen Vortrag über seine Weltreise.

von Patricia Grähling

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