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"Ich will Momente einfangen"

Das wäre mal eine(r) "Ich will Momente einfangen"

Der Opa hat ihm die Begeisterung für die Fotografie vererbt. Heute ist Alexander Marx zwar ­ Polizist, die Leidenschaft für das Festhalten von Momenten hat ihn jedoch nicht verlassen.

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Kamera statt Uniform: Alexander Marx ist Polizist. In Marburg ist er allerdings meistens auf Hochzeiten unterwegs.

Quelle: Patricia Grähling

Cappel. Urlaub war für die Eltern von Andreas Marx immer ziemlich teuer: Ihr Sohn hat schon als kleines Kind in einer Woche Urlaub sieben Filme vollgeknipst. „Damals war es noch analoge Fotografie und das Entwickeln war ein erheblicher Kostenfaktor“, sagt der heute 35-jährige Alexander Marx.

Über seinen Opa kam Marx schon als Kind zur Fotografie - und hat damit nie aufgehört. „Ich habe das schon immer nebenbei als Hobby gemacht“, erklärt er. Heute verdient Marx mit seinem Hobby sogar Geld - denn nebenberuflich begleitet er Hochzeiten oder bietet Portrait-Shootings an. Dann zieht er die Uniform aus und packt seine professionelle Fotoausrüstung ein.

„Eigentlich bin ich hauptberuflich bei der Kriminalpolizei in Gießen“, verrät Marx. Dort arbeitet er in der digitalen Forensik, hat in seiner Abteilung geregelte Arbeitszeiten und daher viel Zeit für seine Hobbys Fotografie - und Sport.

Marx fotografiert erst seit einigen Jahren Brautpaare am glücklichsten Tag in deren Leben. „Mein erster Schwerpunkt war Wildlife“, sagt der 35-Jährige. „Ich habe mich auf die Lauer gelegt und stundenlang nach Eisvögeln Ausschau gehalten“, nennt er ein Beispiel. Diese Vögel habe er besonders gerne vor der Linse, da sie nicht nur gut aussehen, sondern auch in der Region heimisch sind. „Manchmal wartet man auch zwei Tage umsonst auf sein Motiv, weil kein Vogel kommt“, erklärt er. Tiere in der Natur fotografiert Marx daher mittlerweile nicht mehr - schlicht weil ihm die Zeit dafür fehlt. Aber auch, weil es kaum einen Markt für Naturfotografie gibt. „Das Netz ist voll davon. Deswegen kann man damit kein Geld verdienen. Es geht eher darum, veröffentlicht zu werden“, erklärt er. So sei er auch stolz gewesen, als Naturzeitschriften seine Fotos von einer Auswilderungsaktion von Feldhamstern angefragt hätten.

Portraits habe er aber auch schon immer gerne gemacht. „Und irgendwann hat mich dann ein befreundeter Fotograf gefragt, ob ich ihn bei einer Hochzeit unterstützen kann“, sagt Marx. „Anfangs war ich ziemlich nervös. Man kann so viel falsch machen oder den entscheidenden Moment verpassen. Vieles kann man nicht mehr wiederholen.“ Daher habe er den Bekannten einen Sommer lang begleitet und viel gelernt. Marx hatte seine eigenen Bilder gemacht und das Selbstvertrauen gesammelt, schließlich alleine als Hochzeitsfotograf aufzutreten. Manchmal sei er dann für einen Auftrag von morgens um 8 Uhr bis nachts um 2 Uhr unterwegs. „Aber es macht Spaß. Auf Feiern sind alle fröhlich und es herrscht eine lockere Atmosphäre“, sagt er.

"Die Braut ist immer aufgeregter als der Bräutigam"

Bei seinen Einsätzen beim Friseur, während der Ankleide und auf dem Weg zu Kirche oder Standesamt habe er dabei eines festgestellt: „Die Braut ist immer aufgeregter als der Bräutigam.“ So sei er einmal vom Friseurtermin der Braut aus direkt zu deren Zukünftigen gefahren: „Und der lag noch mit Jogginghose auf dem Sofa und hat Playstation gespielt“, erinnert sich Marx mit einem Lachen. Überhaupt erlebe er in der Zusammenarbeit mit Menschen immer wieder Neues - „da muss man dann flexibel sein“, meint er achselzuckend. Da gehe es auch schon mal ins Wasser, er mit Fotoausrüstung und die Braut in ihrem Kleid: „Solche ,Trash de Dress‘-Bilder sind ja gerade sehr modern und machen mir richtig Spaß.“

Generell wolle Marx mit seiner Kamera schöne Momente festhalten - in der Natur und im Leben der Menschen. „Ich will nicht nur das reine Foto machen, sondern eine Stimmung festhalten“, sagt er. Das sei der Unterschied zur Fotografie mit der Handykamera, die oft nur die Wirklichkeit abbilde, statt Momente einzufangen. „In mir werden jetzt sofort wieder Erinnerungen wach, wenn ich die Bilder von den Feldhamstern betrachte.“

Viel Zeit für Bilder von Feldhamstern bleibt Marx allerdings wirklich nicht. Denn der 35-Jährige hat noch einen weiteren Nebenjob: Er gibt Spinning-Kurse in einem Marburger Fitness-Studio. „Radfahren ist meine große Leidenschaft“, verrät der Polizist. Viele Jahre sei er Teilnehmer in einem solchen Indoor-Fahrrad-Kurs gewesen. „Irgendwann wurde ich gefragt, ob ich nicht selbst Kurse geben will“, erklärt er. Seither sitzt er vier Mal in der Woche auf dem vordersten Rad und nimmt seine Kursteilnehmer mit auf verschiedene Radtouren. „Parallel zur Tour de France sind wir die gleichen Streckenprofile gefahren“, verrät er. „So viel arbeiten geht nur, wenn man selbst Spaß daran hat. Für mich ist es auch irgendwie Freizeit“, betont Alexander Marx. Denn wenn er dann doch mal Urlaub hat, dann sitzt er draußen auf dem Rad und plant Touren - „ansonsten fahre ich auch mal mit dem Fahrrad nach Cappel an die Arbeit. Das sind nur eine Stunde und 20 Minuten.“

von Patricia Grähling

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