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Europameister mit Wurzeln in Marburg

Was macht eigentich...? Europameister mit Wurzeln in Marburg

Einer der bekanntesten deutschen Basketballer ist in Marburg aufgewachsen: Henning Harnisch, mehrfacher Deutscher Meister und Europameister, machte sein Abitur am Gymnasium Philippinum.

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HANDOUT - Henning Harnisch, Vize-Präsident des Basketball-Bundesligisten ALBA Berlin, steht am 19.08.2014 vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Foto: Andreas Schwarz/Kinder+Sport (Achtung: Nur für die redaktionelle Verwendung bei Nennung der Quelle: Andreas Schwarz/Kinder+Sport) (zu dpa «Ein Herz für den Nachwuchs: Europameister Harnisch hat viele Visionen» vom 18.11.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Quelle: Andreas Schwarz

Marburg. Einen der Höhepunkte seiner Karriere erlebte Henning Harnisch (Foto: Andreas Schwarz/Kinder+Sport) wohl 1993: Zusammen mit seiner Basketball-Nationalmannschaft gewann er die Europameisterschaft. Er selbst holte im Schnitt zwölf Punkte pro Spiel und brachte damit die Mannschaft unerwartet mit nach vorne.

Die Karriere des gebürtigen Marburgers begann in Gießen: Der heute 48-Jährige gehörte ab 1985 zum Kader des Bundesligisten MTV 1846 Gießen, spielte dort, während er am Marburger Gymnasium Philippinum sein Abitur machte. Außerdem besuchte er für ein Jahr die Wiege des Basketballs: Er ging an eine kalifornische High School in Amerika. Als Harnisch sein Abitur in der Tasche hatte, wechselte er dann 1988 zu Bayer Leverkusen. Dort mauserte er sich neben Michael Koch und Chris Welp zu einem Schlüsselspieler des Teams und trug von 1990 bis 1996 den Deutschen Meistertitel. In den Jahren 1990 und 1991 wurde er von Lesern einer Fachzeitschrift außerdem zum deutschen Spieler des Jahres gewählt. Schließlich wechselte Harnisch zu Alba Berlin. Das beendete die Titelserie der Leverkusener. Stattdessen holte sich Alba Berlin fortan zahlreiche Titel.

„Marburg ist überschaubar - im Vergleich zu Berlin“

Harnisch spielte 13 Saisons in der Bundesliga und erzielte in der Zeit 6153 Punkte. In insgesamt 169 Länderspielen machte er 2079 Punkte für die Deutschen und nahm außerdem bei einer Weltmeisterschaft und bei vier Europameisterschaften teil. 1992 fuhr er zudem für Deutschland zu den Olympischen Spielen.

Mit gerade einmal 30 Jahren beendete Harnisch seine Karriere im Jahr 1998. „Ich habe extrem gerne gespielt. Es war eine tiefe Leidenschaft“, erklärt der Sportler. „Es war zwar mein Beruf, aber es hat sich nie angefühlt wie eine Arbeit.“ Er habe Basketball gelebt und deshalb eine sehr intensive Zeit erlebt. „Wenn man etwas so intensiv lebt, dann lebt es sich auch irgendwann aus.“ Der Sportlerkörper werde älter, die ersten Blessuren kommen. „Heute weiß ich: Ich habe den perfekten Punkt erwischt, um aufzuhören.“

Nach dem Ende der sportlichen Karriere machte Harnisch dann etwas völlig anderes: In Berlin studierte er Film- und Kulturwissenschaften, arbeitete außerdem als Journalist. „Mir war wichtig, mal etwas ganz anderes zu machen.“ Er habe studieren wollen, sich „häuten und ein zweites Leben führen“. In der Zeit drehte Harnisch einige Filme, wollte sein theoretisches Wissen aus der Uni in der Praxis ausprobieren. Einen Film drehte er auch rund um Marburg und kam dafür einige Wochen zurück in die Heimat. „Aber das ist eine Episode, die heute abgeschlossen ist. Ich drehe keine Filme mehr.“

2004 kehrte Harnisch nämlich in die Basketball-Bundesliga zurück - allerdings in passiver Rolle: Harnisch wurde Teammanager bei Alba Berlin. Von 2008 bis 2010 war er zudem zeitweise Sportdirektor. Seither ist er Vizepräsident des Vereins und zeichnet für die Nachwuchsförderung verantwortlich. „Mir ist die Jugendarbeit sehr ans Herz gewachsen“, erklärt Harnisch. Daher bringe er sich dort voll ein: Bei Alba, als Botschafter bei der „Kinder+Sport Basketball Academy“, die deutschlandweit Basketball-Aktionen für Kinder organisiert sowie in einem Arbeitskreis der Bundesliga, der den Sport in die Schulen und Kindergärten bringen will.

Geplant sei die Rückkehr in die Welt des Basketballs eigentlich nicht gewesen. „Ich hätte mir auch vorstellen können, an der Uni zu bleiben“, sagt der Sportler. Dann kam aber das Angebot, zu Alba zurückzukehren. „Es war alles ungeplant, aber es hat gepasst“, sagt der gebürtige Marburger heute rückblickend. Die Reihenfolge seiner Lebensentscheidungen sei gut gewesen: „Ich bin mit einem Mehr an Wissen in den Sport zurückgekehrt und kann mich dort nun voll einbringen.“

Harnisch ist übrigens noch regelmäßig in Marburg: Seine Frau stammt auch aus der Stadt und so leben beide Großelternpaare der Töchter in Marburg. „Und unsere beiden Töchter lieben Marburg. Die Stadt ist hübsch und überschaubar - im Vergleich zu Berlin.“ Wenn die Familie Urlaub in der Heimat macht, genießt sie vor allem die Freibäder der Region: „Die Einheimischen wissen das gar nicht zu schätzen. Dort haben wir eine wunderbare Ruhe, wenn wir morgens etwa nach Holzhausen fahren.“ Einen Wunsch hat Harnisch dennoch: „Marburg müsste noch viel mehr eine Fahrradstadt sein.“

von Patricia Grähling

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