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„Eine unbezahlbare Chance“

Das wäre mal eine „Eine unbezahlbare Chance“

Unter dem Motto „Eine andere Heimat“ stand der Jugendmedienworkshop Ende April in Berlin. Juliane Kraus erlebte als eine von 30 jungen Medieninteressierten eine Woche lang Journalismus und Politik pur.

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Juliane Kraus am Laptop in ihrer WG in Marburg. Den Hinweis zum Workshop hatte sie von ihrer Mutter bekommen.

Quelle: Lisa-Martina Klein

Marburg. „Wenn der Kopf stärker ist als das Herz“ – mit einer fiktiven Kurzgeschichte über Vorurteile gegen Flüchtlinge, inspiriert von der Kölner Silvesternacht, fing für Juliane Kraus alles an. „Mich haben die Ereignisse dort sehr bewegt, deshalb habe ich mich entschieden, sie in meinem Bewerbungstext für den Workshop zu verarbeiten“, erzählt Kraus. „Er war nicht sehr politisch, mein Text hat sogar ein gutes Ende. Ich war daher unfassbar überrascht und glücklich, als ich im März die Zusage für Berlin bekam.“ Sieben Tage lang, vom 24. bis 30. April, durfte sie zusammen mit 29 anderen ausgewählten Schülern und Studenten aus ganz Deutschland in Berliner Redaktionen hospitieren, Politiker und Journalisten treffen und den Bundestag besuchen. „Das Programm war sehr straff getaktet, verlief aber reibungslos. Nur der Schlaf kam etwas zu kurz“, schmunzelt Kraus.

Kein Wunder: Nach journalistischen und politischen Workshops, Gesprächen mit Abgeordneten verschiedener Ausschüsse im Bundestag und Besuch bei der Zeit und bei „Hart aber Fair“, hieß es für die jungen Journalisten, eigene Reportagen zu planen und recherchieren, Personen zu interviewen und natürlich auch zu schreiben – oft bis weit in die Nacht hinein. Gar nicht so einfach, fand Kraus: „Ich hatte kaum journalistische Vorerfahrung und habe bisher meist nur für mich geschrieben. Viele dort waren weitaus erfahrener als ich.“

Aber sie biss sich durch. Sie interessierte sich vor allem dafür, ob das muslimische Frauenbild zu Problemen bei der Integration führen kann. „Ich führte dazu viele Interviews und Umfragen, um eine Antwort zu bekommen. Allerdings musste ich irgendwann zu dem Schluss kommen, dass es wohl keine eindeutige Antwort geben würde. Daraus entstand ein sehr differenziertes Meinungsbild.“

Traum: Politikinteresse mit Journalismus verbinden

In Berlin traf Kraus die heimischen Bundestagsabgeordneten Stefan Heck (CDU) und Sören Bartol (SPD) zu Gesprächen. „Das sind wichtige Kontakte, die ich sonst nie bekommen hätte. Auch viele der Journalisten von ARD und ZDF waren viel lockerer, als ich erwartet hätte. Das hat echt Spaß gemacht“, sagt die 19-Jährige. „Deshalb war diese Chance für mich unbezahlbar, sie hat mich weitergebracht. Mir ist nach dieser Woche mit so vielen Eindrücken nicht nur klarer geworden, dass ich etwas mit Medien machen möchte, sondern auch, dass ich das mit meinem Interesse für Politik verbinden möchte.“
Trotzdem: den Traumberuf hat sie noch nicht gefunden. Allerdings hat gerade erst ihr zweites Semester in Sprache und Kommunikation in Marburg begonnen, „da habe ich noch bisschen Zeit, mich zu entscheiden“, ist sie sich sicher.

von Lisa-Martina Klein

 
Hintergrund
Der Jugendmedienworkshop wird durchgeführt in
Kooperation mit der Jugendpresse Deutschland, der Bundeszentrale für politische ­Bildung (bpb) und dem ­Deutschen Bundestag. Die 30 Teilnehmer sind zwischen 16 und 20 Jahre alt und kommen aus ganz Deutschland. Sie mussten sich mit einem Video- oder Audiobeitrag oder Text, nicht länger als 3 000 Zeichen, bewerben.
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