Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Ein junggebliebener Verein feiert

90 Jahre RSV Heskem Ein junggebliebener Verein feiert

Vor mehr als 90 Jahren turnten die Gründerväter noch auf der Wiese im Garten - heute ist der Rasen-Sport-Verein Heskem 1926 mit zwölf Abteilungen fester, sportlicher Bestandteil des Ortes.

Voriger Artikel
"Ich erzähle gerne Geschichten über Menschen"
Nächster Artikel
Winterliches Wunderland

Der Vorsitzende des RSV Heskem, Jürgen Mink (oben, v.l.) und Vorstandsmitglied Dr. Sebastian
Canisius haben Gotthard Hartung, Ernst Rauch (vorne, v.l.), Konrad Hemer, Bernhard Weidemüller und Werner Fischer für deren langjährige Treue ausgezeichnet.

Quelle: Ina Tannert

Heskem. Am vergangenen Samstag feierten Mitglieder und Ehrengäste die Erfolgsgeschichte des Vereins im Foyer der Gesamtschule Heskem. Eigentlich hatte Vereinsvorsitzender Jürgen Mink nur einen lockeren, kurzen Festkommers im Sinne - konnte sich jedoch vor Gratulanten und Lobesworten kaum retten.

Ausgiebig hoben Gäste und Mitglieder Minks Engagement als früherer Trainer und Vereinschef hervor. Mink als „Motor des Vereins“ und einem engagierten Team sei es zu verdanken, dass der Verein „mit 90 Jahren ganz schön alt geworden und trotzdem jung geblieben ist“, gratulierte Bürgermeister Andreas Schulz zum Jubiläum. In so manchen Jahren während der schwankenden Entwicklung des Verbands, sei dieser „oft totgesagt“ worden, habe sich doch immer wieder aufgerappelt.

Daran und an die Erfolge seiner Vorgänger erinnerte der heutige Vorsitzende selber: Der RSV Heskem wurde vor 90 Jahren gegründet, war jedoch nicht der erste Sportverein im Dorf. Er war Nachfolger des bereits 1910 gegründeten Turnvereins, dessen Mitglieder damals noch ohne Halle im Garten trainieren mussten. Mit dem Ersten Weltkrieg kam die sportliche Begeisterung für einige Zeit zum erliegen, wurde erst Jahre später neu aufgebaut, nämlich 1926, dem Gründungsjahr des RSV. Der widmete sich schon früh dem Fußball, wobei zur damaligen Zeit noch eine strenge Kleiderordnung herrschte: „Gespielt wurde in weißen Hemden, schwarzen oder weißen Hosen und Lackschuhen - das war Pflicht“, erinnerte Mink. Im Dritten Reich wurde der Spielbetrieb erneut eingestellt, erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs baute sich der Verein langsam wieder auf, in „einer besonders schweren Zeit“, in der es trotzdem „immer weiter nach oben ging“. Vier Jahre später erfolgte der erste Aufstieg in die A-Klasse, die folgenden Jahre erfreute sich der Verein zahlreicher Erfolge, einem regem Zuwachs und wachsender öffentlicher Aufmerksamkeit. Alleine zu den Spielen zum 25. Vereinsjubiläum im Jahr 1951 kamen stets rund 600 Zuschauer, „eine sehr große Leistung“.

Basketballer haben viele Spieler und Fans

Ab Ende der 1950er-Jahre folgte eine erneute Durststrecke, mehrmals der Ab- und erneute Aufstieg. Mit der Zeit gründeten sich jedoch weitere Abteilungen und brachten neuen Aufschwung, etwa die Damengymnastikgruppe, der Nordic-Walking-Bereich, Yoga und verschiedene Jugendsportarten.

Im Jahr 2008 übernahm Mink die Führung, leitete eine umfassende Neuorientierung ein und setzte auf sportliche Vielfalt, mit Erfolg: Der Verband entwickelte sich zusehends, wandte sich „vom reinen Fußball hin zum Breitensport“. Einen weiteren Durchbruch und reges Interesse erzielte der RSV vor vier Jahren mit der Basketball-Abteilung, die bis heute zahlreiche Spieler und Fans anzieht. Die Mitgliederzahlen stiegen in den vergangenen Jahren stark an, kletterten auf 250 Sportfans in zwölf Abteilungen. Mehr als die Hälfte des Vereins besteht aus Jugendlichen, von denen sich zum Jubiläum nur wenige blicken ließen. Mit einem großen Anteil an Kindern und Jugendlichen sei der Verein bestens aufgestellt, könne stolz sein auf diese „unglaublich gute Basis und Garant für die Zukunft“, gratulierte Landrätin Kisten Fründt.

Zu ehren gab es an diesem Tag vieles, darunter zahlreiche langjährige Mitglieder, für die der Verein zum Teil seit bereits 70 Jahren zum Leben gehört. „Das ist etwas ganz Besonderes“, hob Mink die Treue der Vereins-­Ältesten hervor.

Auch um die eigene Ehrung und viele lobende Worte kam der bodenständige Vorsitzende, der kein Freund großer Reden ist, nicht herum. Er wurde von Christina Weber vom Sportkreis Marburg-Biedenkopf für seinen langjährigen Einsatz als Trainer und Vorsitzender geehrt. Ebenso wie Schriftführerin Christa Cuda-Hofmann, die zudem seit 35 Jahren aktives Mitglied der Gymnastik-Abteilung ist. Mit musikalischer Unterhaltung der „Gipfelstürmer“ ließ der RSV den Jubiläumsabend ausklingen.

von Ina Tannert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Dezember 2017

Hier finden Sie alle neuen Erdenbürger aus dem Landkreis aus dem Dezember 2017

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Mit der OP durch das Gartenjahr

Experten-Tipps von der ersten Saat bis zur letzten Ernte

Der neue "Star Wars"-Teil ...

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr