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Ein Student hilft in Krisengebieten

Das wäre mal eine(r) Ein Student hilft in Krisengebieten

Der Florstädter studiert noch nicht lange in Marburg. Seit Beginn seiner Studienzeit setzt Justus Langer sich aber schon ehrenamtlich dafür ein, dass auch anderen Menschen ein Hochschulstudium ermöglicht werden kann.

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Justus Langer ist seit Oktober 2015 Student in Marburg. Seitdem ist er Mitglied von „Studieren ohne Grenzen“ und sammelt Geld, um Menschen in Burundi zum Studium zu verhelfen.Foto: Grähling

Quelle: Patricia Graehling

Marburg. Neben seinem eigenen Studium engagiert sich Justus Langer für „Studieren ohne Grenzen“. Die studentische Gruppe gibt es deutschlandweit an 18 Universitäten, auch Marburg hat einen lokalen Ableger. Ähnlich wie etwa die bekannteren „Ärzte ohne Grenzen“ setzt sich die Gruppe der Studenten für Menschen in armen Ländern ein. „Wir vergeben Stipendien, um armen Menschen in Krisengebieten Zugang zu ­einem Hochschulstudium zu ermöglichen“, erklärt Langer.

Die Marburger Gruppe hat sich laut dem 21-Jährigen darauf fokussiert, Menschen in Burundi zu helfen. „Interessenten müssen sich bei uns mit einem Projekt bewerben, dass sie nach ihrem Studium in der Heimat umsetzen wollen“, erklärt Langer. Dafür vergebe „Studieren ohne Grenzen“ dann ein Stipendium. So habe vergangenes Jahr im Kongo ein Stipendiat ein Krankenhaus eröffnet, das rund um die Uhr geöffnet hat. „Das gibt es dort sonst nicht“, erklärt Langer. „Damit hat er die Region ein Stück weit verbessert, auch wenn es nur ein kleiner Schritt ist.“ Das Projekt wurde von einer anderen Deutschland-Gruppe finanziert. Insgesamt haben die rund 1000 Mitglieder in Deutschland laut Langer schon mehr als 200 Stipendien finanziert.

Die Marburger sind quasi noch in der Phase, in der sie Geld für Stipendien in Burundi sammeln – gemeinsam mit einer Studentengruppe aus Darmstadt und einer aus Paris. Langer ist zwar erst seit Oktober 2015 dabei – er stieß mit Beginn seines Studiums der Politikwissenschaften direkt zu der Gruppe – er hat aber schon die Kasse übernommen und ist mitverantwortlich für eine Spendenveranstaltung, auf der mehr Geld in die Kasse fließen soll: „Am 12. Juni laden wir zu einem klassischen Konzert in die Waggonhalle ein“, sagt Langer. Einlass ist ab 19 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr. Der Student Carl Fierle wird Klavier spielen.

Fierle ist laut Langer ebenfalls Mitglied bei „Studieren ohne Grenzen“ und gibt so in ganz Deutschland Benefiz-Konzerte, mit denen Menschen in Krisengebieten ein Studium finanziert werden solle. Der Eintritt zu dem Konzert ist frei, dafür wird um Spenden gebeten.

Langer erklärt, dass ein Stipendium in Burundi 4300 Euro kostet. „Das Geld für ein einzelnes Stipendium zu bekommen erfordert viel Arbeit.“ Dabei lerne er aber auch viel für sich selber, etwa wie Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising funktionieren. „Und man lernt, sich zu organisieren“, sagt er mit einem Lachen. Denn neben seiner ehrenamtlichen Arbeit müsse auch das Studium Platz finden. „Je mehr man macht, desto eher lernt man, seine Zeit zu nutzen und alles strukturiert anzugehen.“ Er sei allerdings erst noch in der Lernphase, gibt er lachend zu.

„Ich finde außerdem die Idee toll, dass Studenten andere Studenten unterstützen“, erklärt der 21-Jährige sein Engagement. Die Gruppe habe sich auf Uni-Bildung spezialisiert, „das unterscheidet uns von anderen NGOs“, sagte er. Die meisten sogenannten Non-Government-Organisations (NGO) finanzieren nämlich vor allen Dingen eine Grundbildung in Entwicklungsländern.

Langer sei überhaupt erst zum Politikstudium gekommen, weil ihn schon in der Schule das Thema NGOs so fasziniert habe. „Es ist toll, mit Leuten ein gutes Projekt aufzubauen“, betont er.

„Die Arbeit in der NGO begeistert mich“

In seiner Heimatstadt Florstadt ist Justus Langer übrigens ganz aktiv politisch unterwegs: Dort sitzt er für die SPD in der Stadtverordnetenversammlung und leistet politische Parteiarbeit.

Seine Zukunft kann Langer sich übrigens in genau den Richtungen vorstellen, die er gerade einschlägt: „Die Arbeit in einer NGO begeistert mich, aber ich kann mir auch eine politische Karriere vorstellen.“ Sicher sei nur: Eine akademische Karriere solle es nicht werden. „Aber ich hab ja auch noch ein bisschen Zeit für die Entscheidung.“ Denn Langer ist gerade im zweiten Semester. Trotzdem ist er schon restlos begeistert von Marburg – und von „Studieren ohne Grenzen“ sowieso.

Wer ebenfalls Interesse an einer Mitarbeit bei „Studieren ohne Grenzen“ hat, kann donnerstags um 18 Uhr zu den Treffen im Zentrum für Konfliktforschung in der Ketzerbach kommen und einfach mitmachen.

von Patricia Grähling

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