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Ein Kult-Auto in doppelter Hinsicht

Das wär mal eine(r) Ein Kult-Auto in doppelter Hinsicht

Yasar Turguts Ente ist ein Blickfang. Zum einen, weil sie ein Kult-Auto ist. Zum anderen, weil der Stadtallendorfer aus ihr eine Hommage an den türkischen Fußballverein Trabzonspor gemacht hat.

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„Trabzon ist überall“, lautet ein Slogan des Fußballvereins vom Schwarzen Meer. Yasar Turgut (von rechts), Orhan Karaaslan und drei Freunde stellen dies eindrucksvoll mitten in Stadtallendorf unter Beweis.

Quelle: Florian Lerchbacher

Stadtallendorf. Eine gutge­launte Gruppe Männer sitzt vor Yasar Turguts Dönerladen und diskutiert über Fußball. „Trabzon mag eigentlich jeder“, behauptet der 57-Jährige, der seit 1973 in Deutschland lebt, und erntet zustimmendes Nicken. Nur einer seiner Freunde schüttelt mit dem Kopf und wirft lachend ein: „Schreib das nicht! Fenerbahce ist der einzig wahre Verein.“ Doch irgendwie ist die Abneigung doch nicht so groß: Als es ans Fotomachen geht, legt er sich bereitwillig einen Trabzonspor-Schal um den Hals - sehr zur Freude Turguts, dessen Leben weinrot und blau ist.

Seinen Dönerladen hat er in die Farben seines türkischen Lieblingsvereins getaucht. Und sein Auto ist eine fahrende Hommage an den Verein. Die Sitze tragen Trabzon-Trikots, auf der Rückbank liegen zahlreiche Schals, und überall sind die Zahlen 67 und 61 zu finden: 1967 ist das Gründungsjahr des „Trabzonspor Kulübü“, die 61 ist die Kennnummer der anatolischen Hafenstadt. „Das ist meine Heimat. Meine Eltern kommen aus Trabzon. Und der Verein ist mir einfach ans Herz gewachsen“, betont Turgut und behauptet: „Das ist die einzige Mannschaft, die nicht korrupt ist.“

Denkwürdige Saison gab Denkanstoß

Bestes Beispiel sei das Jahr 2011: Fenerbahce sei durch Korruption Meister geworden. Die Uefa verhinderte eine Teilnahme des Vereins an der Champions League - stattdessen zog Vizemeister Trabzonspor in den Wettbewerb ein. Der türkische Verband unternahm indes nichts: Offizieller Titelträger ist weiterhin der Istanbuler Verein. Für Turgut ist‘s jedoch sein Trabzonspor - das sich in seiner Rechnung also mit sieben, in den Chroniken jedoch nur sechs Meistertiteln rühmen darf.

Die Idee, ein Auto nach seinem Lieblingsverein zu gestalten, kam Turgut kurz nach dieser denkwürdigen Saison. Eigentlich hatte er sich eine Ente kaufen und sie zu einem Blumenkübel für den Garten umgestalten wollen. Als es dann jedoch so weit war und er ein passendes Fahrzeug gefunden hatte, entschied er sich spontan um, ließ es runderneuern und machte daraus einen Blickfang in doppelter Hinsicht: für Auto-Fans gleichermaßen wie für Fußball-Fans. Ganz im Sinne des Slogans, den sich der Verein auf die Fahnen schreibt: Trabzon ist überall.

Im Juli will Turgut mit seiner Ente die rund 3400 Kilometer bis ans Schwarze Meer zurücklegen - mit 80, maximal rund 100 Stundenkilometern. „Ich möchte gesehen und bejubelt werden“, sagt Turgut, der in seiner zweiten Heimat Deutschland Eintracht-Frankfurt-Fan ist. Ob sein Oldtimer die Strecke durchhält? „Ich hoffe es. Ist ja eigentlich alles neu“, lautet seine Hoffnung, der sich Beifahrer Orhan Karaaslan anschließt. Dieser ist übrigens Fenerbahce-Fan - sympathisiert aber durchaus mit Trabzon. Einst wollte er sich ein Trikot seines Lieblingsvereins kaufen. Das war jedoch ausverkauft: „Also nahm ich eins von Trabzon mit. Das war auch gut.“

von Florian Lerchbacher

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