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Ein Ausnahmejahr für Stefan Weil

Das wäre mal eine(r) Ein Ausnahmejahr für Stefan Weil

Als sich Stefan Weil um einen Trainerjob für die Marburger Goalball-Mannschaft bewarb, kannte er die Regeln noch nicht. Im September geht es für ihn als Co-Trainer ins olympische Dorf.

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Stefan Weil ist Goalball-Trainer für die SSG Blista Marburg und Co-Trainer der Nationalmannschaft. Außerdem ist er Trainer am paralympischen Stützpunkt für Goalball in Marburg.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. 2016 ist ein Ausnahmejahr für Stefan Weil: Von morgens 6.30 Uhr bis abends um 22.30 Uhr ist er derzeit im Einsatz für seine große Leidenschaft, den Sport.

Im Hauptberuf ist Weil sportlicher Leiter in einem Fitnessstudio in Marburg. Der Grund dafür, dass seine Tage derzeit so lang ausfallen, ist die heiße Vorbereitungsphase auf die paralympischen Spiele in Rio im Herbst. Eines von Weils vielen Trainerämtern ist seit 2010 das des Co-Trainers für die Nationalmannschaft im Goalball und für die Junioren-Nationalmannschaft.

Außerdem trainiert er die Erstligisten der SSG Blista Marburg und plant seit drei Jahren das Krafttraining des BC Marburg. Zum Goalball kam Stefan Weil vor zehn Jahren, nachdem er im Studium die Zusatzqualifikation „Sport für Sehgeschädigte“ erlangte. Er bewarb sich auf eine freiwerdende Trainerstelle bei der SSG Blista Marburg. „Als ich mich für den Job beworben habe, kannte ich die Regeln noch nicht“, gibt er zu. Gemeinsam mit Cheftrainer Johannes Günther trainierte er das Marburger Goalball-Team.

Marburg ist mittlerweile paralympischer Stützpunkt

Nach und nach entwickelten sich die Mannschaft und auch die Randsportart. „Es gab eine Menge Strukturarbeit zu leisten, die Jugendarbeit musste gefördert werden, um den Sport auf breitere Beine zu stellen.“ Mittlerweile ist Marburg paralympischer Stützpunkt, das Ligasystem ist gewachsen und es gibt einen Pokalwettbewerb. Zu dieser Entwicklung haben Weil und Günther mit ihrem persönlichen Engagement beigetragen.

„Die Qualifikation für Rio kam zwar unverhofft, aber zeigt, der Einsatz der letzten zehn Jahre war es wert“, freut sich Weil und berichtet von dem emotionalen Moment, in dem er davon erfuhr. Beim Qualifikationsturnier verpasste sein Team das Ticket nach Rio zunächst um zwei Ränge. Im Nachgang rückte man einen Platz auf, weil sich die Türkei über den Europameistertitel qualifizierte. Plötzlich bestand die Chance auf eine Paralympics-Teilnahme, wenn China als Asienmeister einen Platz freimachen würde. „So brachte eines Nachts die SMS eines russischen Schiedsrichters die tolle Nachricht, dass China Asienmeister ist und wir in Rio dabei sind“, berichtet Weil. Das werde „eine mordsspannende Geschichte“ für die Sportler, die manchmal in halbdunklen Hallen vor einer Handvoll Zuschauer spielen, ist sich Weil sicher. „Sie laufen wie alle anderen Olympioniken bei der Eröffnungsfeier am sechsten September in das Maracana-Stadion.“

Vorbereitung ist Ausnahmezeit

Die Begeisterung ist natürlich groß. Die Teilnahme ist der Höhepunkt in einer Sportler- oder Trainerkarriere; und die Chance, einmal oder gar mehrmals dabei zu sein, ist nicht besonders groß, sagt Weil. „Dazu noch die Tatsache, mit hunderten Athleten und Trainern unterschiedlichster Sportarten im olympischen Dorf zu leben, und das auch noch in so einer grandiosen Stadt wie Rio de Janeiro, macht die Freude umso größer.“

Bis dahin trainiert Weils Mannschaft viel, um möglichst perfekt vorbereitet zu sein. „Egal wie es ausgeht: Solange die Vorbereitung passt, ist das in Ordnung.“

Seine Familie weiß, dass die Vorbereitung eine vorübergehende Ausnahmezeit ist. In der knappen Freizeit mache er keine Kompromisse, da gehen seine Frau und die beiden Kinder, fünf und zwölf Jahre alt, vor. „Bewegung ist zwar stetiger Bestandteil, aber es gibt auch ruhige Momente, gerne mal auf dem Sofa“, sagt Weil.

Sport spielte schon immer eine bedeutende Rolle im Leben des 39-Jährigen. Angefangen beim Fußball, Handball und Basketball. Mittlerweile betreibt er eher Kraft-Training und fährt Mountainbike. „Es ist immer ein fließender Übergang zwischen dem Privaten und dem Beruf, vielleicht fühle ich mich deshalb auch nicht so überlastet.“

von Philipp Lauer

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