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Breno Veluza ist „hier, um zu lernen“

Das wäre mal einer Breno Veluza ist „hier, um zu lernen“

Seit Februar 2015 lebt Breno Veluza in Cappel und versucht so viel wie möglich zu lernen. Er möchte sein Wissen in Brasilien teilen und in seiner Heimat etwas zum Guten verändern.

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Breno Veluza freut sich auf die Reise in Richtung Süden, auf die ihn seine Eltern aus Brasilien begleiten.

Quelle: Philipp Lauer

Marburg. Breno Syriani Veluza kann Menschen motivieren und positive Energie in ihnen wecken. Das merken seine Kollegen, Freunde, seine Mitspieler in der Handballmannschaft und die Kinder in der Mannschaft, die er als Co-Trainer betreut. „Das ist irgendwie eine Stärke. Natürlich läuft es nicht jeden Tag gleich gut, aber ich versuche dankbar zu sein“, sagt Veluza. Mit Religion habe das nichts zu tun, vielmehr versuche er sich die positiven und erfreulichen Dinge bewusst zu machen.

Geboren und aufgewachsen ist der 25-Jährige im Süden von Brasilien, in der 130000-Einwohnerstadt Paranágua. Seit 2012 hat er aber auch einen deutschen Pass, denn sein Ur-Großvater väterlicherseits, Friedrich Willusa, ist 1924 aus Deutschland nach Brasilien ausgewandert. Mit 17 ging es für Veluza zum Maschinenbau-Studium nach Curitiba, der Hauptstadt des Bundeslandes Paraná. Um einen Platz im Austauschprogramm zu bekommen, besuchte er neben der Uni zwei Jahre eine Sprachschule. „Eine Sprache lernt man aber am besten von Kindern“, sagt Veluza und lacht. „Erwachsene versuchen sich noch etwas zusammenzureimen - wenn Kinder dich nicht verstehen, dann verstehen sie dich nicht.“ Diese Erfahrung machte er bei seinem ersten Besuch in Deutschland. Das war 2011, als er zwei Monate bei einem Verwandten in Neheim im Sauerland lebte und einen Sprachkurs in der Volkshochschule belegte.

Veluza will einen Beitrag zur Entwicklung leisten

„Da habe ich mich in das Land verliebt. Es ist alles so gut organisiert, so sicher und sauber“, erklärt Veluza. „Und Deutschland ist ein großes Land im Maschinenbau.“ Ein Jahr später kehrte er dann zurück, zum Studentenaustausch an der Ruhr-Universität Bochum. Als er nach Abschluss seines Studiums in Brasilien kaum interessante Stellen fand, bewarb er sich in Deutschland. Sein Sprachentalent kam ihm dabei zugute: Veluza spricht neben Portu­giesisch und Deutsch auch Spanisch und Englisch.

Seit Anfang 2015 arbeitet der junge Brasilianer nun bei Faudi in Stadtallendorf als Vertriebsingenieur. „Ich bin froh, dass es so geklappt hat. An meinem Arbeitsplatz klebt ein Zettel mit dem Motto ‚Du bist hier, um zu lernen‘.“ Er möchte mit seinem Wissen und der Erfahrung, die er hier sammelt, einen Beitrag zur Entwicklung in seiner Heimat leisten. Und wie er sagt, die positiven Aspekte mit nach Brasilien nehmen und dort umsetzen. „Brasilien ist noch ein sehr junges Land, auch was das Demokratieverständnis angeht.“

Um auch etwas über andere Kulturen zu lernen, reist er gerne. Er hat schon halb Europa gesehen. Bald kommen noch ein paar Länder dazu. Gemeinsam mit seinen Eltern Robson und Muriel und den Schwestern Mirele und Danila plant er gerade eine Wohnmobil-Reise Richtung Süden. „Wir wollen die Gelegenheit nutzen, dass schon zwei von uns in Europa sind. Mirele studiert gerade Architektur in Nantes, in Frankreich.“

"Fahrweise hier ist doch anders als zuhause"

Um die Reise anzutreten, musste er zuerst seinen Führerschein umschreiben lassen. Das ging nicht ohne theoretische und praktische Prüfung. „Ich bin froh, dass ich am Freitag bestanden habe“, schmunzelt Veluza. „Die Fahrweise hier ist doch ganz anders als zuhause.“ Von Rücksicht auf Fahrradfahrer zum Beispiel sei im Fahrunterricht in Brasilien nie die Rede gewesen.

Seine Vorfreude auf die Familie steige schon, er sieht sie nur etwa zwei Mal im Jahr. „Man merkt erst, wie sehr einem die Familie fehlt, wenn sie so weit entfernt ist.“ Einsam ist Veluza aber nicht. Anschluss hat er zum Beispiel im Handballverein gefunden, zur Sporthalle am Köppel ist es nicht weit. Bei der HSG Marburg/Cappel spielt er in der zweiten Herrenmannschaft.

Egal ob im Verein, auf der Arbeit oder im Alltag, Veluza versucht immer offen und positiv auf seine Mitmenschen zuzu­gehen. „So kommt man näher an die Menschen ran. Und dann macht alles einfach mehr Spaß“, sagt er.

von Philipp Lauer

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