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Beltz holt den Amazonas ins Haus

Das wäre mal einer Beltz holt den Amazonas ins Haus

Bernhard Beltz liebt die bunte Welt der Fische. 
Mit großem ehrenamtlichen Engagement begeistert der leidenschaftliche Aquarianer seine Mit­menschen für sein Hobby.

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Bernhard Beltz und seine Frau Edith sitzen an ihrem Lieblingsplatz im „Tümpelgarten“: „Hier ist es einfach toll: Wo sonst kann man ­eine Ringelnatter auf der Suche nach Futter beobachten oder eine Kröte im Liebesrausch, die hinter einem Feuersalamander her ist?“, erklärt er.

Quelle: Florian Lerchbacher

Marburg. „Mit einem Aquarium holt man sich ein Stück Natur nach Hause und kann Tiere beobachten, die man sonst nicht zu sehen bekommt“, sagt Bernhard Beltz und schwärmt von Formen, Farben und Verhalten der Fische.

Welse beispielsweise filterten Sand, um an Nahrung zu kommen. Andere Fische seien Maulbrüter, die ihren Nachwuchs im Maul austragen. „Es ist spannend, es ist faszinierend“, betont er – und hat so recht:

Seine Aquarien, mit denen er den Amazonas und andere Regionen dieser Welt ins Haus holt, sind Blickfänge. Sowohl die vier im eigenen Heim, als auch die beiden, die er im Familienzentrum Gedankenspiel in Wehrda und in einem Altenpflegeheim am ­Ortenberg eingerichtet hat.

Der Vorsitzende des Marburger Aquarien- und Terrarienvereins scheut keinen Einsatz, um für sein Hobby zu werben. „Wer ein Aquarium haben will, sollte sich mit einem erfahrenen Aquarianer austauschen. Es gibt Dinge, auf die regelmäßig geachtet werden muss“, sagt der 57-Jährige, der diese Einstellung auch lebt und Einrichtungen aber auch Anfängern helfend zur Seite steht: „Fehlt die richtige Beratung, kommt es zu Fehlern – und das Aquarium wird ab- und nie wieder aufgebaut.“ Aber das weiß er zu verhindern.

Erste Wohnung, erstes Aquarium

Entgegen der üblichen Annahme mache ein Aquarium insgesamt recht wenig Arbeit: Durchschnittlich reiche es, alle vier Wochen einen Teil des Wassers zu wechseln und die Scheiben zu reinigen – natürlich neben dem täglichen Füttern der Fische. „Noch dazu kann man diese Arbeiten zu jeder Tageszeit erledigen und die Welt der Fische genießen. Das ist also auch mit Schichtdienst gut machbar“, sagt der Fahrdienstleiter der Deutschen Bahn.

Mit 18 Jahren hatte er sich sein erstes Aquarium gekauft und in der ersten gemeinsamen Wohnung mit seiner Frau Edith aufgestellt – ohne deren Unterstützung das leidenschaftliche Ausüben seines Hobbys nicht möglich wäre, wie er betont: „Sie steht hinter mir, nimmt an Vereinsaktionen teil, hilft mir beim Einrichten von Aquarien – manchmal ist man schließlich betriebsblind – und engagiert sich auch auf unserem Vereinsgelände“, lobt er.

Jenes Gelände mit dem Namen „Tümpelgarten“ befindet sich im Wald am Ortenberg und ist, ebenso wie Beltz‘ Aquarien, ein weiterer Blickfang: Das kleine, aber feine Vereinsheim liegt auf einer Lichtung an drei kleinen Teichen – in denen allerdings keine Fische leben: „Das Wasser ist zu sauer“, berichtet Beltz. Die Teiche seien nach dem Zweiten Weltkrieg zwar angelegt worden, um darin Fische zu züchten – doch alle Versuche, den PH-Wert zu steigern, scheiterten. Seit den 1970er Jahren ist dort der Verein ansässig.

Nachwuchssorgen beim Verein

„Es mag vielleicht merkwürdig klingen, dass es auf dem Gelände eines Aquarienvereins keine Fische gibt. Aber hier leben dafür viele andere Tiere, die es zu entdecken gilt“, sagt Beltz und berichtet von Feuersalamandern, Molchen, Erdkröten, Libellen und vielem anderen, das kreucht und fleucht.

Noch dazu sei das Vereinsheim ein Bezugsort für die 30 Mitglieder: „Er ist ein Magnet inmitten der Natur, wo wir an jedem ersten Freitag im Monat zusammenkommen, uns austauschen und uns engagieren“, weiß Beltz, der seit 2006 Vorsitzender ist, und betont: „So wird der Zusammenhalt gestärkt. Das ist für den Weiterbestand unseres Vereins extrem wichtig.“

Beim Thema Nachwuchs treten dann allerdings Sorgenfalten auf Beltz‘ Gesicht. Die Mitglieder würden immer älter, während der Unterbau fehle. Im näheren Umfeld des Vereins­vorsitzenden ist das natürlich anders.

Den Virus, mit dem er sich als 18-Jähriger infizierte, hat er bereits auf viele Freunde, Verwandte und Bekannte übertragen: Sein Sohn Sascha habe als Kind ebenfalls ein Aquarium gehabt, erinnert er sich und freut sich, dass nun auch sein Enkel Valentin große Begeisterung an „Opas Hobby“ habe und auch bald ein Aquarium bekomme –
mit dem richtigen Berater an der Seite kann‘s eben nicht nur einfach und schön sein, sondern auch viel Freude bereiten.

von Florian Lerchbacher

 In dem von Bernhard Beltz im Familienzentrum Gedankenspiel eingerichteten Aquarium sind zahlreiche Jungtiere unterwegs. Foto: Florian Lerchbacher
 
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