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Auf den Hund gekommen

Das wäre mal eine(r) Auf den Hund gekommen

Das Leben von Martin Lauer dreht sich um Hunde - beruflich und privat. Er arbeitet als Diensthundeführer, hält sich daheim Jagd- und Schutzhunde und bildet nebenbei noch die Hunde anderer Menschen aus.

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Unterwegs auf den Wiesen und in den Wäldern rund um Roßdorf ist Jäger und Diensthundeführer Martin Lauer täglich mit Schäferhund Elvis und Weimaraner Vero.

Quelle: Patricia Grähling

Roßdorf. Martin Lauer liebt Hunde, deswegen beschäftigt er sich rund um die Uhr mit ihnen - sowohl auf der Arbeit als auch zuhause in Roßdorf wird er immer von einem seiner treuen Vierbeiner begleitet. Wo diese Liebe zu Hunden herrührt? Vielleicht aus einem Kindheitstraum. „Ich wollte immer unbedingt einen Hund haben, aber ich durfte nicht“, erklärt der heute 42-Jährige. „Das hat meinen Wunsch vielleicht bestärkt.

Den Traum vom eigenen Hund erfüllte Lauer sich dann eben in jungen Erwachsenenjahren: 1998 machte er die Jägerprüfung und hat seither immer einen Weimaraner als Jagdhund an seiner Seite. Aktuell bildet er seinen graubraunen Vero aus - nicht nur zum Jagdhund, sondern auch zum Schutzhund. Seinen Schäferhund Elvis hat Lauer ebenso zum Schutzhund ausgebildet. „Zum Jagdhund darf ich ihn nicht ausbilden, da er keine anerkannte Jagdhundrasse ist“, erklärt der Tierfreund.

Lauer gründet 2009 den Jagdgebrauchshundeverein Mittelhessen

Weil Lauer mit seinen eigenen Hunden bei Prüfungen immer sehr erfolgreich gewesen sei, wurde er auch schnell zum Leistungsrichter im Jagdgebrauchshundeverband weitergebildet. Außerdem ist er Sachverständiger im Verband für Gebrauchshundewesen.

Aktiv ist Lauer seit einigen Jahren auch im Jagdgebrauchshundeverein Mittelhessen: Er ist Gründer und Vorsitzender, des mittlerweile 250 Mitglieder zählenden Vereins. „Wir haben uns 2009 mit Jagdhundefreunden zusammengeschlossen, weil es hier keinen solchen Verein gab“, erklärte Lauer. Also schlossen sie selbst die Lücke zwischen den entsprechenden Vereinen in Südhessen und Nordhessen. „Mittlerweile sind nicht nur Jäger bei uns aktiv, sondern auch viele Nicht-Jäger“, erklärt der 42-Jährige. Denn: Der Verein stehe allen offen, und so gebe es dort nicht nur Vorbereitungen auf die Jagdhundeprüfung, sondern auch die Möglichkeit, den Hundeführerschein für Begleithunde und für Familienhunde zu machen. „Wir bilden im Verein jedes Jahr 40 bis 50 Tiere aus“, sagt Lauer nicht ohne Stolz. Und weil das noch nicht reicht, ist er auch noch Übungsleiter im Verein für deutsche Schäferhunde.

Aus dem Jägerdasein heraus haben sich für Lauer noch zwei weitere berufliche Entwicklungen ergeben: Einerseits ist er Diensthundeführer bei der Bundespolizei in Frankfurt, andererseits betreibt er nebenbei eine eigene Hundeschule.

„Beruflich wollte ich eigentlich keinen Hund“, sagt Lauer lachend. Er war Streifenbeamter am Hauptbahnhof in Frankfurt und gehörte auch einmal einer mobilen Fahndungseinheit an. Eine Kollegin warb Lauer jedoch an, und so kam er schließlich 2007 doch auch beruflich auf den Hund. Seither streift er mit dem Schäferhund Yvo um das Gelände der Bundesbank, kommt aber auch bei Fußballspielen oder Demos zum Einsatz. Außerdem ist Yvo ein Sprengstoffspürhund. „Wenn jemand ein Gepäckstück am Bahnhof liegen lässt, dann werden wir gerufen“, erklärt Lauer. Nur wenn Yvo dann anschlägt und Sprengstoff wittert, würde ein Team von Bombenentschärfern gerufen. „Das ist aber noch nie passiert.“

„Grundsätzlich lässt sich jeder Hund ausbilden"

Yvo lebt bei Lauer in Roßdorf. Die beiden fahren immer gemeinsam zum Dienst - und wenn Yvo verrentet wird, darf er bei Lauer seinen Ruhestand verbringen.

Die Hundeschule gründete Lauer, weil viele Teilnehmer der Kurse im Jagdgebrauchshundeverein Mittelhessen nach einer Einzelausbildung gefragt hätten. „Das kann der Verein ehrenamtlich nicht leisten“, sagt er. Um das Ganze also auf geregelte Beine zu stellen, gründete er seine private Schule im Jahr 2010. Seither bildet er dort in Einzelstunden Hunde und Hundeführer aus - etwa zum Familienbegleithund. Außerdem bereitet er auf staatlich angeordnete Wesenstests vor und freut sich darüber, dass noch keiner der von ihm ausgebildeten Hunde dort durchgefallen sei.

„Grundsätzlich lässt sich jeder Hund ausbilden, auch wenn nicht jeder das gleiche Talent hat“, zeigt sich der Roßdorfer sicher. Seine Erfahrung: Es liege hauptsächlich am Hundeführer, wie gut ein Tier lerne. „Der Hundeführer muss in seinem Verhalten immer klar bleiben, damit sein Hund ihn auch lesen kann.“ Und der Mensch müsse verstehen, wie sein Tier ticke, um es gut führen zu können.

„Ich finde es toll, dass die Tiere ausbildbar sind und so viel lernen können“, erklärt Lauer seine Faszination für die Fellnasen. Er sei auch immer schon sehr naturverbunden gewesen, weshalb er zum Jäger wurde. „Das ist für mich mehr als Schießen“, erklärt er. „Denn es geht um Tiere, Pflanzen und die Zusammenhänge und Kreisläufe in der Natur.“ So hängte Lauer an seine Jägerausbildung auch eine Falknerausbildung an - die Tiere allerdings hält er sich nicht. „Da habe ich wegen meiner Hunde gar keine Zeit mehr für“, bedauert er ein wenig.

Da seine treuen Vierbeiner viel Zeit beanspruchen, habe Lauer nicht mehr viel Zeit für andere Hobbys. Manchmal nehme er sich Zeit für ein Buch. Eine Auszeit von den Hunden sei selten. „Eigentlich mache ich kaum Urlaub - und wenn ich wegfahre, dann meist auf irgendein Hundeseminar“, sagt er.

von Patricia Grähling

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