Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Als Meisterin zurück in die Heimat

Das wäre mal eine(r) Als Meisterin zurück in die Heimat

Jovana Bartek arbeitet gerne mit Leder. Bereits mit 24 Jahren bestand sie die Meisterprüfung. ­Heute repariert sie Sättel und Polster, stellt Taschen und Halsbänder her und bildet selber aus.

Voriger Artikel
Ein Ort der Ruhe und der Einkehr
Nächster Artikel
Graff mag das Familiäre bei der OP

Jovana Bartek (links) arbeitet in ihrer eigenen Sattlerwerkstatt in Buchenau. Dort bildet sie auch Natascha Schmidt in ihrem Handwerk aus. 

Quelle: Patricia Grähling

Buchenau. Es duftet nach Leder in der kleinen Werkstatt von Jovana Bartek. Durch große Fensterfronten strömt Licht hinein und spendet viel Helligkeit für die Arbeit an der Nähmaschine und an den Werkbänken. An die Rückseite des Raumes schmiegen sich Regale mit Materialien, mit Taschen, Gürteln, Zaumzeug und kleinen Geldbörsen.

Jovana Bartek steht im Licht. Vor ihr liegt ein schwarzer Pferdesattel, den sie neu polstert. Ihre Auszubildende, Natascha Schmidt, sitzt in der Nähe und arbeitet an einem braunen Hundehalsband aus Leder. Die Nähte macht sie mit der Hand. Hinter ihr liegen schon die nächsten Aufträge: Weitere Sättel müssen angepasst, Taschen ausgebessert werden. Zwei große Lederkissen liegen daneben und sollen neu gepolstert werden. Für vier Hände ist in der kleinen Werkstatt mitten in Buchenau genügend zu tun. „Es geht immer stetig bergauf“, sagt Bartek lächelnd.

Mit der Werkstatt hat die 32-Jährige sich einen Traum erfüllt. Sie ist seit mehr als sieben Jahren ihre eigene Chefin, hat mit Natascha Schmidt das erste Mal selbst eine Sattlerin ausgebildet. Dabei war sie sehr jung, als sie den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt hat - und noch jünger, als sie ihren Titel „Sattler- und Feintäschnereimeisterin“ in der Tasche hatte.

Eigene Werkstatt eröffnet

„Ich wollte gerne was Handwerkliches machen“, erklärt Bartek heute, wie sie zu ihrem Beruf kam. „Das i-Tüpfelchen war dann: Ein Beruf, der mit Pferden zu tun hat.“ So fand Bartek also ihren Traumberuf und machte in Siegen eine Ausbildung zur Sattlerin. Noch in ihrem ersten Gesellenjahr begann sie, für den Meistertitel zu lernen.

Weil für sie jedoch festgestanden habe, dass sie zurück in die Heimat wolle, musste die Friedensdorferin den Sprung in die Selbstständigkeit wagen: „Hier gab es keine Sattlerei, in der ich hätte anfangen können“, sagt sie. „Mir blieb also nichts anderes übrig, als meine eigene Werkstatt zu eröffnen.“

Um sich einen Namen zu machen und um viele Kunden zu gewinnen, hat Bartek sich mit ihren Arbeiten äußerst breit aufgestellt: Sie kümmert sich nicht nur um Reitsportzubehör aus Leder, sondern bietet sämtliche Arbeiten rund um Leder, Kunstleder und Polsterei an. Sie repariert alles aus Leder und stellt etwa Taschen, Armbänder und Gürtel her - nach ihrem eigenen Geschmack oder nach speziellen Wünschen der Kunden. Besonders häufig würden auch schöne Hundehalsbänder und passende Leinen bei ihr in Auftrag gegeben.

Auf den Märkten der Region unterwegs

„Diese Bandbreite macht die Arbeit für mich so spannend“, berichtet Bartek mit leuchtenden Augen. Es sei immer wieder eine Herausforderung, ein Material wie Leder maßgenau und passgenau zu verarbeiten. „Da sind Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt“, erklärt sie.

Mit den vielen kleinen Produkten aus Leder ist Bartek mittlerweile auf den Märkten in der Region unterwegs. In Caldern ist sie etwa immer bei der Gartenkunst Frauenart dabei. Im Winter stellt sie erstmals auf dem Kunst- und Kulturmarkt in Hachborn aus. „Wir zeigen, dass wir als Sattler eben nicht nur an Sätteln arbeiten“, erklärt Bartek.

So kommen dann auch manchmal eher ungewöhnliche Aufträge ins Haus: „Ich muss noch einen Stapel Gürtel anfertigen und nebenbei Teile für eine Ritterrüstung. Ein Bundeswehrzelt hatte ich auch schon hier und für einen holländischen Jäger habe ich einen Ansitzsack mit Fuchsbälgen ausgekleidet“, erklärt Bartek. „Manchmal bin ich selbst positiv erstaunt, mit welchen Aufträgen die Menschen zu mir in die Werkstatt kommen.“

Zu den alltäglichen Aufgaben zählten da mittlerweile schon die Maßanfertigungen für Motorradfahrer - wenn diese etwa Taschen für Trikes oder für eine Harley suchen. Und die Kunden dafür kämen mittlerweile aus ganz Europa - oftmals entstünde der Kontakt per E-Mail und am Telefon, die Waren werden mit der Post verschickt. Immer öfters kommen die Kunden aus der Schweiz, aus Holland oder Norwegen aber auch persönlich in die kleine, lichtdurchflutete und nach Leder duftende Werkstatt in Buchenau.

von Patricia Grähling

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Mit der OP durch das Gartenjahr

Experten-Tipps von der ersten Saat bis zur letzten Ernte

Soll Marburg mehr Geld für Straßenbau (Sanierung/Reparatur) ausgeben?

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr