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150 Überraschungen für Filmfans

Kleines Jubiläum 150 Überraschungen für Filmfans

Bereits 150 Mal stand im Cineplex die "Classic ­Sneak" auf dem Programm. Ein ungewöhn­liches Programm, das auch bei den Mitarbeitern für Überraschungen sorgt.

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Für die Mitarbeiter des Marburger Cineplex ist die „Classic Sneak“ manchmal eine große Herausforderung, denn viele Filme werden noch auf alten 35-Millimeter-Bändern gezeigt.

Quelle: Mareike Bader

Marburg. Die OP feiert in diesem Jahr 150. Geburtstag. Ein kleines Jubiläum hat das Cineplex in Marburg diesen Monat auch gefeiert: Die 150. „Classic Sneak“. Einmal im Monat wird abends ein alter Filmklassiker gezeigt. Das Publikum weiß allerdings vorher nicht, welcher Film laufen wird.

„Wir freuen uns darauf, einen Klassiker zu sehen. Wir wissen nicht, ob wir den vielleicht schon kennen - das wäre ganz schön. Aber neue Sachen kennenzulernen, finde ich auch mal ganz cool, weil man ja nicht so oft Klassiker sieht“, sagt etwa die 18-jährige Lina Reinhardt vor der 150. Vorstellung.

„Theoretisch gibt es natürlich mehrere Überlegungen, was man gerne zeigen möchte und dann muss sich das der Realität stellen“, sagt Henning Mahr über die Filmauswahl. Denn die gestaltet sich nicht immer einfach. Manchmal gibt es keine Kopien der alten Filme mehr oder keine Filmrechte für die Kinovorführung. Manchmal ändern sich diese auch. So war eigentlich für nächstes Jahr geplant, die Billy-Wilder-Komödie „Eins zwei drei“ mit James Cagney und Liselotte Pulver zu zeigen. Doch die Filmrechte laufen ab. Es wäre die zweite Vorführung des Films gewesen, Wiederholungen kommen durchaus vor. Wer auf Klassiker wie „Citizen Kane“, „Frühstück bei Tiffany“, „Der Zauberer von Oz“ oder „Der Pate“ hofft, muss nicht unbedingt enttäuscht sein, weil diese schon gezeigt wurden.

Viele Filme sind heute inzwischen auch digitalisiert, sodass sie wie moderne Filme abgespielt werden können. Andere Filme werden aber noch auf 35-Millimeter-Filmbändern auf den alten Projektoren gezeigt, was seine Tücken haben kann. „‚Der Glöckner von Notre Dame‘ von 1939 ist bei der Vorführung fünfmal stehen geblieben, weil das Material auch schon so verbraucht war“, erzählt Nicole Kleppel vom Cineplex-Team. Henning Mahr erinnert sich dagegen an die mühsame Arbeit bei „Vom Winde verweht“. Denn die einzelnen Filmrollen, die in Akte eingeteilt sind, lagen teilweise in den falschen Kartons. „Bis wir den Film in der richtigen Reihenfolge zusammengeklebt hatten, hat es Stunden gedauert“, sagt der Filmfan. „Aber wir machen das, weil es uns am Herzen liegt.“

Der 45-Jährige ist der Initiator der „Classic Sneak“ in Marburg. „Wir haben hier ein aufgeschlossenes Publikum von etwa 600 Menschen, die wöchentlich in die ,Sneak Preview‘ gehen. Davon müsste man auch 100 dazubekommen, einen alten Film zu gucken“, erzählt Mahr. Und die Idee ging auf: Seit Beginn der Reihe im Jahr 2004 gingen mehr als 15000 Menschen in die Vorführungen.

Auch Stummfilme wurden schon gezeigt

„In die ‚Sneak Preview‘ gehen wir oft, aber in der ‚Classic Sneak‘ waren wir bisher noch nicht“, erzählt Philipp Erchinger, der mit seiner Freundin am Donnerstag zum ersten Mal dabei war.

Simon Taubner dagegen war schon mehrmals dort: „Was ich gerne habe sind Filme, wo ganz große Schauspieler vorkommen und man deren Anfänge dann sieht. Manchmal ist es auch erstaunlich bei so alten Schinken, wie nah die am Hier und Jetzt sind - so Sachen wie Liebe, Verrat und Menschlichkeit, die ändern sich einfach nicht.“

Ein besonderes Erlebnis hatte Jens Klaper vor zwei Jahren bei seinem ersten Besuch der Filmüberraschung. „Damals lief ‚Easy Rider‘, das war kurz nachdem Dennis Hopper gestorben war. Es war eine tolle Überraschung, den Film in dem Moment unverhofft noch einmal zu sehen“, erinnert sich der 45-Jährige.

Doch nicht alle Filme kamen in den vergangenen Jahren gut beim Publikum an. Der französische Film „Lohn der Angst“, der Sieger des Filmfestivals in Cannes im Jahr 1953, verschreckte einige Zuschauer. „Bis die Action losging waren Dreiviertel des Publikums gegangen“, berichtet Henning Mahr. Auch der Vietnam-Kriegsfilm „Die durch die Hölle gehen“ aus dem Jahr 1978 mit Robert DeNiro oder Meryl Streep ist kein einfacher Film fürs Publikum. Doch bei dieser Vorführung wurde das Publikum durch eine Anmoderation vorbereitet.

Dagegen sei das Publikum von der „Rocky Horror Picture Show“, die etwa zur 100. „Classic Sneak“ am 2. August 2012 lief, begeistert gewesen oder von der Ernst-Lubitsch-Komödie „Sein oder Nichtsein“, der zweiten „Classic Sneak“-Vorführung überhaupt, der auch später noch einmal gezeigt wurde. „Das sind Filme, die so urkomisch sind, dass auch heute noch jeder lachen kann“, sagt Henning Mahr.

So zeigte das Cineplex bislang etwa folgende Filmklassiker:

- Einer flog über das Kuckucks-nest, 1975

- Jenseits von Eden, 1955

- Ben Hur, 1959

- Der Name der Rose, 1986

- Dr. Schiwago, 1965

- Das dreckige Dutzend, 1967

- E.T. der Außerirdische, 1982

- Die zehn Gebote, 1956

- Schatz im Silbersee, 1962

Auch Stummfilme waren dabei. Der Streifen „20000 Meilen unter dem Meer“ aus dem Jahr 1916 etwa. Es war der älteste Film, der bislang gezeigt wurde. Der jüngste Film war „Das Schweigen der Lämmer“ von 1991 mit Anthony Hopkins als Dr. Hannibal Lecter. Mit der Eingrenzung bis zum Jahr 1995 seien 100 Jahre Filmgeschichte abgedeckt, an dem Prinzip soll vorerst festgehalten werden, so Nicole Kleppel. Aber in 20 Jahren könne das schon anders aussehen.

von Mareike Bader

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