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Paläontologie

Raubsaurier überlebte trotz gebrochener Kralle

Ein gebrochener Fuß als Glücksfall für die Wissenschaft: Paläontologen haben einen kleinen Raubsaurier mit einer gebrochenen Kralle entdeckt – und können anhand dieser Verletzung Rückschlüsse auf das Leben der Dinos ziehen.
Foto: Zeichnung eines Talos sampsoni.

Der kleine Verwandte der aus dem Kino bekannten Raptoren zeigt: Die Jäger konnten auch verletzt noch überleben.

© dpa Zeichnung

San Francisco. Ein kleiner Raubsaurier konnte auch mit einem Knochenbruch am Fuß noch überleben. Das belege der neue Fund eines vogelartigen Sauriers in den USA, berichten amerikanische Paläontologen im Online-Wissenschaftsjournal „PLoS One“. Der lebend nur etwa 40 Kilogramm schwere Saurier namens Talos sampsoni gehört zu einer ganz besonderen Gruppe vogelförmiger Saurier. Das Tier war vermutlich sehr flink und ging ähnlich wie manche Vögel vor allem auf seinen drei nach vorne gestreckten Zehen.

Besonders aufschlussreich erwies sich der linke Fuß des Tieres, denn ausgerechnet der zweite Zeh, der eine übergroße, messerscharfe Kralle trug, zeigte Anzeichen einer schweren Verletzung. Der Zeh musste einmal gebrochen sein, war dann aber unter Anzeichen einer Entzündung über Wochen oder Monate wieder verheilt. „Eine solche Verletzung ist ein Glücksfall für die Wissenschaft“, sagt Hauptautorin Lindsay Zanno von der Universität von Wisconsin. „Sie zeigt uns etwas aus dem Leben der Tiere.“

In diesem Falle bedeutet die Verletzung, dass Talos sicherlich über Wochen die linke Klaue nicht benutzen konnte, aber trotzdem überlebte. Dies könnte bedeuten, dass das Tier auch mit nur einem Fuß jagen konnte oder aber auf andere Nahrung wie etwa Pflanzen auswich, wie manche Wissenschaftler vermuten.

Westliches Nordamerika war damals vom östlichen getrennt

Darüber hinaus zeigt der Fund die Vielfalt der Saurier in der späten Kreidezeit, die vor 65 Millionen Jahren endete. Durch einen flachen Meeresarm war damals das westliche Nordamerika vom östlichen abgetrennt. Der Fundort von Talos in Utah liegt auf dem Gebiet des früheren kleinen Inselkontinents Laramia. Selbst auf diesem kleinen Gebiet fanden sich am Ende der Kreidezeit viele unterschiedliche Formen auf engem Raum. Warum sich gerade dort eine solche Vielfalt entwickelte, ist jedoch nicht bekannt.

Seinen Namen bekam der kleine Raubsaurier in Anlehnung an die mythologische griechische Figur Talos, der täglich dreimal die Insel Kreta umrundete, um sie zu schützen. Er starb an einer Verletzung seines Fußes. Der Name Sampsoni erinnert an einen US-Forscher.

jhe/dpa


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