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Air-Berlin streicht 100 Flüge

Krankmeldungen oder Streik? Air-Berlin streicht 100 Flüge

Air-Berlin-Piloten kämpfen mit aller Macht um ihre Existenz. Nachdem Gespräche zum Übergang der Piloten auf einen potenziellen neuen Käufer abgebrochen wurden, üben die Piloten offenbar jetzt die Revolte. Offiziell haben sich ein Vielzahl von ihnen krankgemeldet. Bisher sind 100 Flüge abgesagt. Weitere könnten folgen.

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Air Berlin sucht derzeit einen Käufer.

Quelle: dpa

Berlin. Air Berlin hat am Dienstag 100 der geplanten 750 Flüge abgesagt. Grund für die Ausfälle seien „außergewöhnlich viele Krankmeldungen im Cockpit“, sagte ein Unternehmenssprecher. Etwa 200 der 1500 Piloten fielen aus.

Hintergrund seien gescheiterte Verhandlungen über den Übergang von rund 1200 Air-Berlin-Piloten zum potenziellen neuen Inhaber der Fluglinie, wie die „Bild“-Zeitung berichtet. Man kämpfe damit um seine Existenz, begründet ein Pilot die Aktion gegenüber der Zeitung. Es sei ein Akt der Verzweiflung, auch wenn einem die Passagiere leidtäten. Die Vereinigung Cockpit (VC) widersprach: „Zu keinem Zeitpunkt hat die VC dazu aufgerufen, sich krank zu melden“, teilte die Pilotengewerkschaft mit.

Airline bittet Passagiere, ihren Flugstatus zu prüfen

Von Air-Berlin heißt es offiziell, dass wegen Krankmeldungen zahlreicher Piloten Dutzende Flüge abgesagt werden mussten. Grund für die Ausfälle seien „außergewöhnlich viele Krankmeldungen im Cockpit“, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Airline bat Passagiere, vor der Anfahrt zum Flughafen den Status ihres Fluges unter www.airberlin.com/fluginfo zu prüfen. Reisenden, die von Streichungen betroffen seien, solle die „bestmögliche Reisealternative“ angeboten werden.

„Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für unsere Gäste“, sagte eine Sprecherin. Allein an den Drehkreuzen Düsseldorf und Berlin-Tegel fielen nach Betreiberangaben jeweils 20 Abflüge aus.

„Pures Gift“ für die Verhandlungen

In einer internen Mitteilung der Air Berlin wählte Oliver Iffert, der den Flugbetrieb steuert, deutliche Worte: „Heute ist ein Tag, der die Existenz der Air Berlin bedroht.“ Für die Verhandlungen mit Interessenten über eine Übernahme von Teilen des Unternehmens seien die Ausfälle „pures Gift“, ebenso für das Ziel, dabei so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten.

Die verlustreiche Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, nachdem ihre arabische Großaktionärin Etihad die Zahlungen an die Berliner eingestellt hatte. Noch bis zum 15. September können Kaufangebote für die Fluggesellschaft abgegeben werden.

Von fw/RND/dpa

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