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ADAC muss 90 Millionen Euro Steuern nachzahlen

Automobilclub ADAC muss 90 Millionen Euro Steuern nachzahlen

Der ADAC hat über Jahre hinweg zu wenig Steuern gezahlt. Das ist aufgefallen, nachdem der Automobilclub das Finanzamt gewechselt hat. Die früher zuständigen bayrischen Behörden hatten offenbar ein Auge zugedrückt.

Dem ADAC könnten auch für 2016 und 2017 Steuernachzahlungen ins Haus stehen.

Quelle: dpa

München. Der Wechsel des zuständigen Finanzamts hat für den ADAC teure Folgen: Der Verein musste für die Jahre 2014 und 2015 knapp 90 Millionen Euro Versicherungssteuern nachzahlen, wie die „ Süddeutsche Zeitung“ berichtete. Ein ADAC-Sprecher bestätigte das, ohne Zahlen zu nennen: „Der ADAC e.V. hat Ende Juli 2017 eine Steuerfestsetzung des Bundeszentralamts für Steuern in zweistelliger Millionenhöhe erhalten und fristgerecht bezahlt.“

Die Ursache der Steuernachforderung: Seit einigen Jahren ist für den ADAC das Bundeszentralamt für Steuern zuständig, das beim Thema Versicherungssteuer offensichtlich weniger großzügig ist als die früher zuständigen bayerischen Finanzbehörden. Steuerprüfer hatten zuvor kritisiert, dass der ADAC seinen Mitgliedern über deren Beiträge zwar Versicherungsleistungen etwa für Unfall- und Pannenhilfe verkauft, darauf jedoch – anders als herkömmliche Versicherer – in der Vergangenheit keine Steuern bezahlt hat.

Laut „Süddeutscher Zeitung“ stehen dem ADAC auch für 2016 und 2017 Nachzahlungen bevor. Mutmaßlich müsse der Verein künftig jedes Jahr Versicherungssteuer im zweistelligen Millionenbereich zahlen.

ADAC will 400 Stellen streichen

Schon zuvor hatte sich der Automobilclub einen Sparkurs verordnet: Bis 2020 will die Chefetage möglichst sozialverträglich und ohne Kündigungen 400 der 2500 Stellen in der Münchener Zentrale abbauen, weil ansonsten ein Minus von 170 Millionen Euro drohen würde. Die höheren Versicherungssteuern sind ein Teil der Belastung. Die Stellenstreichungspläne hatte der ADAC im September publik gemacht.

Nach der Affäre um die über Jahre manipulierten Leserabstimmungen zum „Auto des Jahres“ hatte sich der ADAC eine neue Struktur gegeben: Beim Verein ist die Pannenhilfe verblieben, die kommerziellen Geschäfte wurden an eine Aktiengesellschaft übertragen, Forschung und wohltätige Aktivitäten an eine Stiftung.

Von dpa/RND/ang

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