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Züge in Hessen rollen wieder - Lokführer versprechen Streikpause

Nach dem bisher längsten Lokführerstreik in diesem Jahr rollen die Züge in Hessen wieder. Im Nah- und S-Bahnverkehr laufe alles wieder reibungslos, Pendler müssten nicht mit Zugausfällen oder Verspätungen rechnen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Montagmorgen in Frankfurt.
Der Zugverkehr ist wieder angerollt.

Der Zugverkehr ist wieder angerollt.

© Rolf Vennenbernd

Frankfurt. Lediglich im Fernverkehr fielen zunächst vereinzelt noch Züge aus. Der bundesweite Ersatzfahrplan sei auch in Hessen weitgehend stabil gewesen, sagte der Bahnsprecher weiter.

Während der Bahnverkehr wieder größtenteils planmäßig läuft, brauchen nun wieder die Passagiere der Lufthansa Geduld. Die Vereinigung Cockpit (VC) bestreikt seit Montagmittag Kurz- und Mittelstreckenflüge, am Dienstag zudem Langstreckenflügen der Lufthansa. Der Ausstand soll bis 23.59 Uhr dauern, teilte Cockpit am Montagmorgen mit.

Immerhin können sich Bahnfahrer vorerst auf ein paar ruhigere Tage einstellen: Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, bekräftigte, dass die GDL von Montag an eine siebentägige Streikpause einlege. "So können beide Seiten ihre Vorbereitungen treffen, dass der Tarifkonflikt nicht noch weiter eskaliert", sagte er der dpa am Montag.

Er hoffe, dass das DB-Management mit den zwei kurz hintereinander durchgeführten Streiks erkenne, dass es den Kollegen ernst sei und dass die GDL auch weitere Streiks auf die Beine stellen könne. Sollte das Unternehmen nun aber keine echten neuen Verhandlungen, sondern weiterhin nur "Sondierungen" anbieten, seien in der kommenden Woche weitere befristete Streiks programmiert. "Es wäre jedoch verfrüht, am Beginn dieser Streikpause über weitere Maßnahmen zu sprechen."

Insgesamt zeigte sich die GDL am Montagmorgen zufrieden mit dem Verlauf des Streiks. Die GDL hatte die Arbeit im Personenverkehr am Wochenende 50 Stunden lang niedergelegt, im Güterverkehr 61 Stunden. Der Reiseverkehr sei zu 85 Prozent zum Erliegen gekommen, sagte Weselsky der dpa. Die Bahn bestritt diese Zahl. Man habe "zumindest ein Drittel des Verkehrs anbieten" können, sagte eine Sprecherin.

Eine GDL-Sprecherin betonte, dass noch immer viele Menschen Verständnis für den Arbeitskampf der Lokführer hätten - obwohl der Arbeitskampf auf den Ferienanfang in Hessen fiel. Nun sieht die GDL die Deutsche Bahn in der Pflicht. Man hoffe, dass die Bahn in der angekündigten Streikpause "nicht nur mit uns spricht, sondern auch wieder verhandelt", sagte die Gewerkschafts-Sprecherin. "Die Tarifverträge liegen auf dem Tisch."

In dem Tarifkonflikt fordert die GDL unter anderem Lohnerhöhungen und eine Reduzierung der Arbeitszeiten. Knackpunkt der Auseinandersetzung ist aber vor allem, dass die GDL nicht nur für Lokführer, sondern auch für das übrige Zugpersonal verhandeln will. Bislang werden diese Mitarbeiter von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vertreten.

Der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner warf der GDL-Führung daher am Montag vor, die Öffentlichkeit mit "vermeintlichen Mitgliederzahlen" zu verwirren, um so für sich einen Verhandlungsanspruch für das gesamte Fahrpersonal ableiten zu können: "Tatsache ist, dass die GDL lediglich bei den Lokführern über eine Mehrheit verfügt. Bei allen anderen Berufsgruppen organisiert nachweislich der EVG die Mehrheit der Beschäftigten", sagte Kirchner: "Alle anderen Aussagen sind falsch." Bislang will auch die Bahn verhindern, dass die GDL die Rechte der Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten vertritt.

dpa


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