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Bau

Zu viel Fachchinesisch: Behördendeutsch würgt China-Projekte ab

Bauvorhaben und Unternehmensgründungen chinesischer Investoren in Hessen scheitern immer wieder an Behördendeutsch und Problemen bei der Währungsumrechnung. "Sehr häufig gibt es sprachliche Barrieren", sagte Anja Obermann, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Frankfurt, der dpa.
Chinesische Investments scheitern oft an Sprachproblemen.

Chinesische Investments scheitern oft an Sprachproblemen.

© A. Dedert

Frankfurt. Würden nicht frühzeitig professionelle Vermittler eingebunden, komme es häufig zu Verzögerungen oder Abbrüchen von Projekten. Laut einem Sprecher des Frankfurter Planungsdezernats ist auch der zeitaufwendige Umtausch des chinesischen Renminbi in Euro ein Grund für Verzögerungen.

"Gerade das Behördendeutsch ist für Chinesen eine große Hürde", sagte Obermann. Die meisten Anträge und Formulare gebe es ausschließlich auf Deutsch. "Da treffen sehr unterschiedliche Kulturen und Mentalitäten aufeinander." Neben vieler "toller Beispiele" chinesischer Investments wisse ihr Haus daher auch um "einige negative Erfahrungen".

Die Wirtschaftsförderung Frankfurt beschäftigt daher eigens chinesische Mitarbeiter wie Polly Yu, die chinesische Geschäftsleute unterstützen sollen. "Wir helfen den Chinesen bei der Suche nach geeigneten Geschäftsräumen und passenden deutschen Mitarbeitern und kommunizieren wegen Visa-Bestimmungen und Aufenthaltsgenehmigungen mit der Ausländerbehörde", sagte sie. Sprachprobleme macht sie nicht dabei nur beim Kontakt mit Behörden aus, sondern etwa auch beim Ablauf einer Firmengründung. "Da sind die Erwartungen einfach auch ganz andere", sagte Yu. Die Vielzahl der erforderlichen Dokumente seien die Investoren aus China nicht gewöhnt.

Fehlende Auslandserfahrung spielt auch beim Bau eines Luxushotels an der Frankfurter Galopprennbahn eine Rolle. Die Eröffnung des Komplexes wird seit Jahren immer wieder verschoben. Das Hotel sei das erste Projekt der chinesischen Huarong-Group in Europa, weshalb es zu "ungeplanten Reibungsverlusten" gekommen sei, erklärte der Huarong-Vertreter in Deutschland, Dirk Hempelmann, die Verzögerungen. Währungsschwierigkeiten hätten ebenfalls eine Rolle gespielt. "Das sind eben Dinge, die man nicht steuern kann", sagte Hempelmann.

Die Stadt Frankfurt hatte der Huarong-Group erstmals im Jahr 2007 eine Genehmigung für den Hotelbau erteilt. Nach mehreren Umplanungen und einem Betreiberwechsel standen die Arbeiten ab Anfang 2012 für rund ein Dreivierteljahr still. Die Stadt erwog in dieser Phase sogar, Huarong das Baurecht wieder abzunehmen. Da das Projekt schon zu weit fortgeschritten war, habe man sich aber dagegen entschieden, sagte Mark Gellert, Sprecher beim Frankfurter Planungsdezernat.

Im August 2012 wurden die Arbeiten wieder aufgenommen, wie aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Frankfurter Stadtverordneten Wolfgang Hübner (Freie Wähler) vom Januar 2013 hervorgeht. Laut Huarong wurde der Rohbau im Herbst 2013 fertiggestellt. Die Eröffnung des Fünfsterne-Hotels mit rund 220 Zimmern, zwei Restaurants und chinesischem Ambiente ist laut Huarong-Vertreter Hempelmann nun für "ungefähr April 2015" angepeilt.

Komplett geplatzt ist vor wenigen Monaten ein Millionen-Geschäft mit einem chinesischen Investor in Bad Vilbel - wegen Problemen bei der Währungsumrechnung. Nach Angaben der Stadt hätte der Investor bis 31. Dezember 2013 die erste Rate für ein Grundstückspaket zahlen sollen. Als das nicht geschah, sei der Vertrag einvernehmlich aufgehoben worden. Bei dem anvisierten Geschäft ging es um Gewerbe- und Wohnflächen im Wert von fast 94 Millionen Euro, auf denen ein Großhandelszentrum für chinesische Waren entstehen sollte.

dpa


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