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"WiWo": Anklagen gegen K+S-Verantwortliche stehen bevor

Zwei hochrangigen Verantwortlichen des Kali- und Salzherstellers K+S droht Ungemach: Ihnen könnte eine Anklage ins Haus flattern, wie die "Wirtschaftswoche" berichtet. Es geht um illegale Abfallentsorgung. K+S reagiert gelassen.
Der Firmensitz von K+S in Kassel.

Der Firmensitz von K+S in Kassel.

© Uwe Zucchi/Archiv

Meiningen/Kassel. Managern des Kali-Produzenten K+S droht einem Medienbericht zufolge eine Anklage wegen unerlaubter Abfallbeseitigung. Wie die "Wirtschaftswoche" berichtet, richtet sich die Anklage unter anderem gegen hochrangige Führungskräfte des Kasseler Dax-Konzerns. Daneben ermittelt die Staatsanwaltschaft im thüringischen Meiningen zudem gegen ein Dutzend weitere Mitarbeiter des Konzerns sowie drei Beamte des Thüringer Landesbergamtes. Oberstaatsanwalt Jochen Grundler sagte am Mittwoch dazu: "Die Ermittlungen stehen kurz vor dem Abschluss."

Es geht um Salzabwasser, das das Unternehmen in den Erdboden gepumpt haben soll. Die Genehmigung dafür erteilte das Landesbergamt, obwohl aus Sicht der Ermittler die wasserrechtlichen Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren.

K+S-Sprecher Michael Wudonig betonte, das Unternehmen sei "unverändert der Überzeugung, dass die erteilten Genehmigungen rechtmäßig sind". K+S halte die Vorwürfe für unbegründet, dies habe auch eine Prüfung durch eine externe Kanzlei in den vergangenen Monaten ergeben. "Es bleibt abzuwarten, gegen wen nach Abschluss der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben und ob das Landgericht Meiningen diese dann überhaupt zulassen wird." K+S mit Sitz in Kassel ist mit mehr als 4000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Grenzgebiet von Hessen und Thüringen. Weltweit hat der Dax-Konzern rund 14 000 Mitarbeiter.

Im September 2015 hatten Ermittler wegen des Verdachts illegaler Abfallentsorgung Büro- und Geschäftsräume von K+S sowie zwei Privathäuser durchsucht. Insgesamt soll der Konzern von 1999 bis 2007 bei der Kali-Gewinnung 9,5 Millionen Kubikmeter Abwasser in den sogenannten Plattendolomit der Gerstunger Mulde versenkt haben. Aufgrund der geologischen Beschaffenheit der Gerstunger Mulde hatte aus Sicht der Ermittler von vornherein damit gerechnet werden müssen, dass sich die versenkte Salzlauge unkontrolliert ausbreitet. Der Mineralgehalt der versenkten Kalilauge sei etwa zehnmal höher als Meereswasser gewesen und habe damit eine Gefahr für das Grundwasser dargestellt.

dpa


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