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Umwelt

Weitere Durchsuchungen bei K+S

Beim Kali-Produzenten K+S sind auch am Donnerstag Büroräume durchsucht worden. Der BUND fordert ein Ende der Versenkung von Salzabwasser durch das Unternehmen. Die hessische Umweltministerin aber hält sich bedeckt.
Am Mittwoch wurden Büro- und Geschäftsräume von K + S durchsucht.

Am Mittwoch wurden Büro- und Geschäftsräume von K + S durchsucht.

© H.-C. Dittrich/Archiv

Erfurt/Kassel. Wegen des Verdachts der illegalen Abwasserentsorgung sind am Donnerstag weiter Büroräume des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S in Kassel durchsucht worden. Die Durchsuchung sollte am frühen Abend abgeschlossen sein, wie das Thüringer Landeskriminalamt (LKA) in Erfurt mitteilte. Zum Stand der Ermittlungen wollte sich das LKA nicht äußern. Es würden nun sichergestellte Akten und elektronische Daten ausgewertet. K+S teilte mit, in vollem Umfang mit den Behörden kooperieren zu wollen.

Die Ermittlungen richten sich den Angaben zufolge gegen 15 Verantwortliche von K+S sowie zwei Mitarbeiter des Thüringer Landesbergamtes. Es geht um Salzabwasser, das das Unternehmen in den Erdboden gepumpt haben soll. Die Genehmigung dafür erteilte das Landesbergamt, obwohl aus Sicht der Ermittler die wasserrechtlichen Voraussetzungen dafür nicht gegeben waren. Insgesamt soll der Konzern nach LKA-Angaben von 1999 bis 2007 bei der Kali-Gewinnung 9,5 Millionen Kubikmeter Abwasser in den sogenannten Plattendolomit der Gerstunger Mulde versenkt haben.

Die Umweltschutzorganisation BUND verlangte ein Ende der Versenkung von Salzabwasser und forderte Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) auf, eine weitere Versenkung in Hessen zu verhindern. Jörg Nitsch vom BUND-Landesvorstand sagte: "K+S muss endlich seine Abbautechnik ändern und für eine umweltverträgliche Entsorgung seiner Abfälle sorgen."

Das hessische Umweltministerium erklärte, derzeit seien noch keine neuen Tatsachen bekannt. Man müsse die Ermittlungsergebnisse abwarten. Die Linke und die SPD im Thüringer Landtag verlangten umfassende Aufklärung. Sie wollen eine Beratung dazu in der Umweltausschusssitzung am 23. September.

K+S und das Land hatten sich 2014 nach langen Verhandlungen auf einen "Vier-Phasen-Plan" verständigt, nach dem ab 2021 das Abwasser über eine Pipeline in die Weser fließen soll. Beim Regierungspräsidium Kassel hat K+S eine Verlängerung der Versenkerlaubnis bis 2021 beantragt. Die derzeitige endet am 30. November dieses Jahres. Das RP teilte mit, die Ermittlungen beeinflussten das aktuelle Antragsverfahren auf Verlängerung der Versenkerlaubnis nicht.

Der Dax-Konzern K+S steht derzeit im Übernahmekampf mit dem kanadischen Konkurrenten Potash.

dpa


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