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Tarife

Verdi und Lufthansa einigen sich auf Tarif für Bodenpersonal

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat eine Tarifbaustelle weniger. Der Konzern einigte sich mit Verdi auf einen neuen Tarifvertrag für die 33 000 Beschäftigen des Bodenpersonals. Die dickeren Bretter muss Spohr aber ohnehin mit dem fliegenden Personal bohren.
Der Tarifabschluss betrifft rund 33 000 Beschäftigte am Boden.

Der Tarifabschluss betrifft rund 33 000 Beschäftigte am Boden.

© Tim Brakemeier/Archiv

Berlin/Frankfurt. Die Lufthansa und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen Tarifabschluss für die rund 33 000 Beschäftigten am Boden geeinigt. Damit hat der Konzern eine seiner zahlreichen Tarifkonflikte beigelegt. Wie Verdi und das Unternehmen am Samstag mitteilten, gab es zudem eine Verständigung beim schwierigen Thema der betrieblichen Altersversorgung - ein Knackpunkt auch beim fliegenden Personal, also bei den Piloten und dem Kabinenpersonal. Hier ist eine Einigung aber bisher noch nicht in Sicht.

Am 2. Dezember wollen Lufthansa und die Gewerkschaften auf einem sogenannten Job-Gipfel über die verfahrene Tarifsituation im Konzern sprechen. Dabei bleibt es auch, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle am Samstag. "Der Job-Gipfel ist getrennt von allen Tarifverhandlungen zu sehen". Bei dem Treffen gehe es darum, zu erörtern, wie die Beschäftigten angesichts des Umbaus der Lufthansa "mitgenommen werden" könnten. Bisher habe der Konzern zu wenig getan.

Der Streit um den Umbau der Airline, bei dem Arbeitsplätze zur Billigtochter Eurowings und ins Ausland verlagert werden, bestimmt derzeit im Hintergrund alle Verhandlungen zwischen Gewerkschaften, Beschäftigten und dem Konzern. Die Flugbegleiter hatten erst vergangene Woche einen weiteren Streik des Kabinenpersonals abgesagt. Der Tarifkonflikt beim fliegenden Personal dürfte sich aber kaum so geräuschlos lösen lassen, wie das nun beim Bodenpersonal gelang.

Für die Beschäftigten dort gibt es nun eine Regelung und mehr Geld. Alle Beschäftigten der sogenannten Bodendienste bei Lufthansa und den Töchtern Lufthansa-Systems, der Lufthansa-Service GmbH (LSG), der Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo bekommen für die Monate April bis Dezember 2015 eine Einmalzahlung in Höhe von 2250 Euro. Daneben wird nach Angaben von Verdi die Bezahlung zum 1. Januar 2016 und zum 1. Januar 2017 um je 2,2 Prozent angehoben.

"Kein Beschäftigter bei Lufthansa muss daher irgendwelche Abstriche bei der Rente machen", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle der Mitteilung zufolge. Auch Personalvorständin Bettina Volkens zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. "Gleichzeitig können wir durch den neuen Tarifvertrag langfristig unsere Risiken und Kosten für die Altersversorgung senken", sagte sie laut Mitteilung.

Bei den Betriebsrenten sei das bisherige Niveau für alle derzeit Beschäftigten gesichert worden, teilte Verdi mit. Das gelte auch für die ab 1. Januar 2014 neu eingestellten Beschäftigten, die bisher ohne betriebliche Altersversorgung gewesen seien.

Nach Angaben der Lufthansa gibt es für Mitarbeiter, die ab Jahresbeginn 2016 eingestellt werden, eine neue Regelung. Dabei leiste das Unternehmen einen Beitrag in Höhe von 5,2 Prozent des Gehalts. Zusätzlich bringen die Mitarbeiter einen Eigenbeitrag von einem Prozent ein. "Damit ist das Ziel, eine sichere Rente auf dem bisherigen Leistungsniveau abzuschließen, erreicht", sagte Verdi-Bundesvorständin Behle.

dpa


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