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Tarifkonflikt: Lufthansa und Flugbegleiter ringen um Lösung

Zahlreiche ungelöste Tarifkonflikte zählen zu den größten Baustellen bei der Lufthansa. Die Airline führt wieder Gespräche mit der Gewerkschaft der Flugbegleiter. Das Wochenende soll laut Ufo dafür genutzt werden. Eine Entscheidung werde nicht vor Montag fallen.
Die Lufthansa und Flugbegleitergewerkschaft Ufo sind weiter im Gespräch.

Die Lufthansa und Flugbegleitergewerkschaft Ufo sind weiter im Gespräch.

© Inga Kjer/Archiv

Frankfurt/Berlin. Die Lufthansa und die Flugbegleitergewerkschaft Ufo suchen weiter fieberhaft nach Wegen aus dem seit fast zwei Jahren schwelenden Tarifkonflikt. "Wir sind im Gespräch", sagte eine Lufthansa-Sprecherin zu den auch am Samstagabend immer noch fortgeführten Verhandlungen. Ufo-Chef Nicoley Baublies sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir wollen das Wochenende noch nutzen, um herauszufinden, ob wir zu Lösungen kommen können." Vor Montag will Ufo nach eigenen Angaben keine Entscheidung zum Ausgang der Gespräche bekanntgeben.

Aus Verhandlungskreisen erfuhr die dpa, dass die Gewerkschaft möglicherweise im Fall des Scheiterns der Tarifgespräche zu Streiks aufrufen wolle. Es sei ein Auf und Ab bei den Verhandlungen. Die Zeit werde immer knapper, eine Einigung sei ungewiss, berichtete ein Teilnehmer.

Ufo-Chef Baublies sagte, dass Ergebnisse der Gespräche erst noch intern mit der Tarifkommission, dem Vorstand und Juristen erörtert werden müssten. Zum inhaltlichen Stand der Dinge machte Baublies keine Angaben. Darüber hätten die Streitparteien Stillschweigen vereinbart, hieß es.

Ufo kämpft unter anderem für die Beibehaltung der bisherigen Betriebsrente für die 19 000 Flugbegleiter. Mitte Oktober hatte Ufo ein Angebot der Lufthansa als Provokation zurückgewiesen und das Unternehmen aufgefordert, die Vorschläge bis zum Ende der ursprünglich gesetzten Verhandlungsfrist am 1. November nachzubessern. Das gesamte Wochenende steht laut Ufo aber nun für Verhandlungen zur Verfügung, also auch der Sonntag.

Kurz vor Ablauf des Ultimatums hatte die Lufthansa am Freitag einen neuen Lösungsversuch gestartet und Ufo zu Verhandlungen eingeladen. Seitdem sind beide Seiten im Gespräch. Der Tarifstreit zieht sich nun schon fast zwei Jahre hin. Die ersten Gespräche zu dieser Runde gab es im Dezember 2013.

Der Konflikt mit Ufo ist nicht die einzige Tarifauseinandersetzung bei der Lufthansa. Europas größte Fluggesellschaft führt derzeit mit mehreren Gewerkschaften getrennte Verhandlungen für unterschiedliche Berufsgruppen im Konzern. Derzeit wird nach Angaben des Unternehmens wieder mit den Gewerkschaften VC für die Piloten, Ufo für die Flugbegleiter und Verdi für das Bodenpersonal verhandelt. Das komplizierteste Thema sind die vom Unternehmen zum Jahresende 2013 gekündigten Betriebs- und Übergangsrenten.

Ufo hatte im Sommer nach einer gescheiterten Schlichtung zu Rentenfragen mit einem massiven Streik gedroht, der jedoch Ende Juni in letzter Minute abgesagt wurde. Die Piloten streikten dagegen zuletzt im September - und der Dauerstreit kann nach bisher 13 Streikrunden durchaus wieder eskalieren. Nach einer Gerichtsentscheidung mussten die Piloten den Ausstand im September abbrechen. Das Gericht sah ihn als rechtswidrig an, weil er auf eine stärkere Mitsprache der Piloten beim Projekt Eurowings abziele.

Mit der Billigtochter, die niedrigere Gehälter zahlt als die Lufthansa-Kerngesellschaft, will Spohr gegen Rivalen wie Ryanair und Easyjet punkten. Derzeit konzentrieren sich die Gespräche auf die Übergangsversorgung der Piloten.

dpa


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