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Stada-Aktionäre wählen Aufsichtsratschef Abend ab

Scherbengericht über den Stada-Aufsichtsratschef Martin Abend: Auf Druck eines kritischen Aktionärs verliert der Mann seinen Posten. Er galt als Vertreter einer schlechten Vergangenheit.
Martin Abend.

Martin Abend.

© Stada/Michael Dannenmann/Archiv

Frankfurt/Main. Der bisherige Aufsichtsratschef Martin Abend des Pharma-Konzerns Stada ist auf der Hauptversammlung abgewählt worden. Damit setzte sich am Freitag der kritische Investor Active Ownership Capital (AOC) durch. Der Wahl war ein heftiger Schlagabtausch zwischen Abend und dem Großaktionär vorausgegangen.

Der 1957 geborene Schweizer Jurist Eric Cornut rückte in den Aufsichtsrat nach. Er hatte in der Vergangenheit mehrere Managerposten beim Pharmakonzern Novartis inne und wird von AOC als Vorsitzender vorgeschlagen. Darüber muss aber der Aufsichtsrat noch abstimmen. Abend hatte dem Kontroll-Gremium seit 2009 vorgestanden.

Sein Stellvertreter Carl Ferdinand Oetker wurde hingegen von den Aktionären im Amt belassen. Er wurde noch in der Nacht vom Aufsichtsrat zum neuen Vorsitzenden des Kontrollgremiums bestimmt. Als eine von vier Neuen kam Opel-Marketing-Chefin Tina Müller in das Gremium.

Vor der Kampfabstimmung um die Neubesetzung des Aufsichtsrats hatten sich der Großaktionär und Aufsichtsratschef Abend gegenseitig mit scharfen Vorwürfen überzogen. Abend und sein Stellvertreter Oetker hätten in ihrer Kontrollfunktion über Jahre versagt, sagte der AOC-Mitbegründer Florian Schuhbauer, der die Abwahl sämtlicher sechs Kapitalvertreter in dem neunköpfigen Kontrollgremium betrieb. Letztlich kam nur Cornut als Gegenvorschlag durch.

In dem schlecht geführten Unternehmen hätten sie unter dem inzwischen ausgeschiedenen Vorstandschef Hartmut Retzlaff "Gehaltsexzesse und Vetternwirtschaft" geduldet. "Abend und Oetker können nicht Teil des Neuanfangs sein, denn sie sind Teil des alten Systems", sagte er. Die Aktionäre verweigerten dem Unternehmen die Zustimmung zu einem neuen Gehaltssystem für den Vorstand.

Schuhbauer versicherte, dass AOC langfristig orientiert sei und das Unternehmen als Ankerinvestor in die Zukunft führen wolle. Er stellte den Aktionären schnelle Sparerfolge und mittelfristig eine starke Wertsteigerung in Aussicht. "AOC will Stada nicht zerschlagen", erklärte ein weiterer Vertreter der Beteiligungsgesellschaft, die nach eigenen Angaben rund 7 Prozent der Stada-Aktien kontrolliert.

Chef-Kontrolleur Abend hat seinerseits die Unabhängigkeit der von AOC benannten Kandidaten für den Aufsichtsrat bezweifelt. Er zitierte Einschätzungen, die eine Nähe zum Pharma-Riesen Novartis nahelegten. Zudem hatte Abend die Aktionäre davor gewarnt, die Kapitalvertreterseite im Aufsichtsrat komplett auszutauschen. "Dies würde einen kompletten Verzicht auf Kontrolle und Erfahrung bedeuten."

Man müsse den aktivistischen Aktionären dankbar sein, sagte hingegen Peter Barth, Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW): "Stada ist aus seinem Dornröschenschlaf wach gerüttelt worden, nicht wachgeküsst." Der Aktionärsschützer verlangte andererseits vom Großaktionär AOC die Offenlegung der eigenen Interessen. Die Gesellschaft trete als "selbst ernannter weißer Ritter mit geschlossenem Visier" auf, sodass nicht einmal ausgeschlossen werden könne, dass dahinter ein Konkurrent stehe.

Der seit Wochen öffentlich ausgetragene Konflikt hatte zu einer Rekordbeteiligung bei der Hauptversammlung geführt. Im Frankfurter Messe-Congresscentrum waren gut 57 Prozent des Kapitals vertreten, wie die Versammlungsleiterin Karin Arnold mitteilte. Bei früheren Aktionärstreffen waren höchstens 37 Prozent der Anteile präsent.

Der amtierende Chef des Herstellers von Nachahmermedikamenten (Generika) und medizinischen Markenartikeln betonte die Eigenständigkeit des Unternehmens aus Bad Vilbel bei Frankfurt. "Unser Geschäftsmodell ist kerngesund. Stada braucht sich nicht neu zu erfinden", sagte der erst wenige Wochen amtierende Vorstandsvorsitzende Matthias Wiedenfels. Selbstkritisch merkte er an, dass Stada in der Vergangenheit sein Potenzial nicht voll ausgeschöpft habe. Man sei nicht transparent genug und zu hierarchieorientiert gewesen.

dpa


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