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Chemie

Potash will K+S nicht mehr: K+S-Aktie bricht ein

Mit Händen und Füßen wehrt sich der Dax-Konzern K+S gegen ein Übernahmeangebot seines Konkurrenten Potash - und hat damit nun Erfolg. Die Kanadier zeigen kein Interesse mehr am Kauf. Anleger reagieren enttäuscht.
Potash hat den Übernahmeversuch von K+S AG abgeblasen.

Potash hat den Übernahmeversuch von K+S AG abgeblasen.

© Hauke-Christian Dittrich/Archiv

Kassel/Saskatoon. Der kanadische Düngemittelhersteller Potash hat den Übernahmeversuch des deutschen Konkurrenten K+S abgeblasen. Als Gründe für den Rückzug nannte Potash eine zuletzt stark eingetrübte Marktlage und den Widerstand der K+S-Führungsriege. Es habe keinen Sinn mehr, die Übernahme weiter zu verfolgen, teilte das kanadische Unternehmen am Sonntag (Ortszeit) in Saskatoon mit. Die Aktie von K+S brach daraufhin bis zum Montagmittag um zwischenzeitlich mehr als 20 Prozent ein.

Der Dax-Konzern verteidigte seine Blockadehaltung. "Dieser Schritt schafft Klarheit. Wir sind überzeugt davon, dass wir unser Unternehmen mit der konsequenten Umsetzung unserer Zwei-Säulen-Strategie langfristig erfolgreich weiterentwickeln können", sagte K+S-Chef Norbert Steiner am Montag einer Mitteilung zufolge. Potash hatte Ende Juni Interesse an einer Übernahme des deutschen Rivalen K+S bestätigt.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte, er sei froh, dass "Tausende von Arbeitsplätzen im hessischen Kali- und Salzabbau und die Wirtschaftskraft der Region nicht gefährdet werden". Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) betonte, der Bergbau gehe auch mit Belastungen von Umwelt und Natur in Nordhessen einher. Landesregierung und Unternehmen arbeiteten gemeinsam daran, diese Belastungen zu senken: "Mit einem kanadischen Konzern wären solche Verhandlungen sicherlich deutlich erschwert gewesen."

Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel sagte, damit sei "ein riesiger industriepolitischer Verlust abgewendet". Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) betonte, es liege im "industriepolitischen Interesse, dass einer der letzten deutschen Rohstoffproduzenten hier am Standort erhalten bleibt". Kritik kam von den hessischen Linken-Fraktion. "Nach dem Rückzug von Potash sind die Arbeitsplätze nicht sicherer als vorher", sagte die umweltpolitische Sprecherin Marjana Schott. K+S gefährde Arbeitsplätze, "weil der Konzern Umweltgesetze nicht einhält".

Mit der Absage zieht Potash einen Schlussstrich unter den Versuch, der zuletzt zunehmend unwahrscheinlich geworden war. Denn obwohl der Konzern sein Interesse wiederholt bekundet hatte, zu einem offiziellen Übernahmeangebot kam es nicht. Die Kanadier hatten lediglich Interesse signalisiert und ein Gebot über 41 Euro je Aktie in Aussicht gestellt.

Doch die Situation habe sich geändert, hieß es. "Seither hat das herausfordernde gesamtwirtschaftliche Umfeld dazu beigetragen, dass die weltweiten Rohstoff- und Aktienmärkte deutlich nachgegeben haben", sagte der deutsche Potash-Chef Jochen Tilk. Ein Börsianer betonte, bei K+S schlage sich der starke Preisverfall von Kali in Brasilien deutlich in den Büchern nieder.

Trotz der aktuellen Schwäche der Kalimärkte werde für das laufende Jahr "unverändert eine deutliche Umsatz- und Ergebnissteigerung" erwartet, hieß es dagegen bei K+S. Die Kasseler rechnen insbesondere mit der Inbetriebnahme einer neuen Kalimine in Kanada (Legacy) im Sommer 2016 mit "weiter spürbarem Wachstum". K+S hatte Gespräche über den Zehn-Milliarden-Euro-Deal unter anderem deshalb abgelehnt, weil es die Potash-Offerte für zu niedrig hielt und das Angebot wegen vieler Ausnahmeregelungen als nicht verlässlich erachtete.

Tilk setzt jetzt auf Wachstum aus eigener Kraft. Potash sei mit seiner Bilanz, seinem Portfolio und der operativen Struktur gut aufgestellt, um künftige Chancen zu nutzen. Er betonte noch einmal, dass der Vorschlag fair und angemessen gewesen sei und zudem umfassende und glaubhafte Zusagen an die Mitarbeiter, Gewerkschaften und Standorte von K+S enthalten habe. Ein Zusammenschluss hätte es beiden Unternehmen erlaubt, von einer breiteren Aufstellung sowohl bei den Produkten als auch Regionen zu profitieren, betonte er. Ein Analyst sieht nun die Gefahr, dass Potash Förderkapazitäten mit niedrigen Produktionskosten ausweitet und damit die Kalipreise weiter auf Talfahrt schickt.

dpa


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