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Neue Vorwürfe zu Abgasmanipulationen bei Opel-Dieselmodell

Bei VW hat der Abgas-Skandal begonnen - und bisher ist VW der einzige Hersteller in Deutschland, der Manipulationen eingeräumt hat. In Asien war Mitsubishi geständig. Nun ist wieder Opel im Visier.
Das Markenzeichen von Opel ist am Kühler eines Autos zu sehen.

Das Markenzeichen von Opel ist am Kühler eines Autos zu sehen.

© Hauke-Christian Dittrich/Archiv

Berlin/Rüsselsheim. Der Autobauer Opel soll die Abgaswerte seines Diesel-Modells Zafira 1.6 mit bislang unbekannten Abschalteinrichtungen manipuliert haben. Das berichten die Deutsche Umwelthilfe (DUH), das ARD-Magazin "Monitor" und der "Spiegel". Demnach soll eine Software die Abgasreinigung bei hohen Drehzahlen oder einem Tempo oberhalb von 145 Kilometern pro Stunde abschalten. Opel wies dies zurück.

Auch bei niedrigem Luftdruck - also in Höhenlagen - werde die Reinigung der Abgase gestoppt, heißt es in den Berichten. Dies sei durch das Auslesen der geheimen Motorsteuerung sowie durch Tests auf Prüfständen und auf der Straße nachgewiesen worden.

Opel betonte, man habe keine Software eingesetzt, die feststellt, ob ein Auto einem Abgastest unterzogen wird. Das Unternehmen bekräftigte am Donnerstag in Rüsselsheim ein mehrfach wiederholtes Statement.

Zu den weitergehenden Vorwürfen blieb Opel zurückhaltend. So könnten die Ergebnisse nicht bewertet werden, weil Methoden und Protokolle der Testaktivitäten nicht zur Verfügung gestellt worden seien, teilte die General-Motors-Tochter mit. Aufgrund eigener und unabhängiger Messungen glaube man aber nicht, dass die kritisierten Werte objektiv und wissenschaftlich fundiert seien.

Die Abschaltung soll den Berichten zufolge auch innerhalb des sogenannten Thermofensters geschehen, das bei den Untersuchungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) bei vielen Modellen festgestellt worden war. Opel hatte gegenüber den Behörden eingeräumt, dass die Abgasreinigung beim Zafira nur bei Außentemperaturen zwischen 20 und 30 Grad im vollen Umfang arbeitet. Wie andere Hersteller hatte sich Opel dabei auf den von der EU akzeptierten Bauteilschutz berufen.

Frühere Vorwürfe der DUH wegen angeblich erhöhter Abgaswerte hatte das Unternehmen stets zurückgewiesen. Bisher hat in Deutschland einzig der Rivale Volkswagen im September 2015 gezielte Manipulationen bei Dieselfahrzeugen eingeräumt und damit den Abgas-Skandal ausgelöst. Auch bei anderen Herstellern waren seither auffällige Abgaswerte festgestellt worden - sie betonten aber stets, das geschehe innerhalb der geltenden Regeln.

Die DUH geht bei Opel nun davon aus, dass die Fahrzeuge offenbar gezielt so gebaut wurden, dass sie nur in Ausnahmefällen sauber erscheinen, kritisierte Umwelthilfe-Geschäftsführer Jürgen Resch. "Das Bundesverkehrsministerium hat in den letzten Monaten aktiv weggeschaut. Es wurde eben nicht nachgeprüft, ob tatsächlich Abschalteinrichtungen, die eindeutig verboten sind, zusätzlich zu den Temperaturabschaltungen verbaut sind", sagte er.

Eine unzulässige Abschalteinrichtung hatte das KBA unter 53 untersuchten Modellen nur bei Volkswagen entdeckt. Der Opel Zafira war allerdings im Fahrbetrieb mit stark überhöhten Stickoxidwerten aufgefallen. Der Hersteller will die betroffenen Autos ab Juni in einer Serviceaktion neu einstellen. Das Bundesverkehrsministerium erklärte am Donnerstag, dass die neuerlichen Vorwürfe vom KBA überprüft würden und dafür detaillierte Unterlagen über die neuen Tests willkommen seien.

Die Umweltorganisation Greenpeace forderte den Rücktritt von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). "Wenn Dobrindts jüngster Untersuchungsbericht sogar massive Schummeleien bei Opel übersieht, dann ist seine gesamte Aufklärungsarbeit der vergangenen sieben Monate wertlos. Dobrindt muss jetzt Platz machen für einen Verkehrsminister, der diesen Skandal tatsächlich aufklärt", verlangte Greenpeace-Sprecher Tobias Riedl.

dpa


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