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Lokführerstreik legt Bahnverkehr in Hessen weitgehend lahm

Tausende Pendler und Bahnreisende in Hessen stecken fest: Die Lokführer bei der Deutschen Bahn sind am Mittwochnachmittag bundesweit in einen 14-stündigen Streik getreten.
Nach dem Streik: Zugverkehr ist weitgehend normal angelaufen.

Nach dem Streik: Zugverkehr ist weitgehend normal angelaufen.

© J. Büttner

Frankfurt/Main. Betroffen sind der Fern-, Regional- und Güterverkehr sowie die S-Bahnen. Die Lokführer-Gewerkschaft GDL hatte ihre Mitglieder für die Zeit von 14.00 Uhr am Mittwoch bis 4.00 Uhr am Donnerstagmorgen zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. "Wir erwarten, dass der Verkehr im Regionalverkehr und bei den S-Bahnen zu 70 bis 90 Prozent zum Erliegen kommt", sagte der GDL-Streikleiter im Bezirk Frankfurt, Ingo Klett.

Auch die Deutsche Bahn erwartet in Hessen und am Knotenpunkt Frankfurt zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen. Selbst im morgendlichen Berufsverkehr am Donnerstag werden vermutlich noch nicht gleich wieder alle Züge planmäßig fahren, erklärte eine Unternehmenssprecherin in Frankfurt: "Mit dem Ende des Streiks läuft der Verkehr allmählich wieder an. Aber es wird nicht sofort alles normal laufen."

Nach Angaben der Deutschen Bahn dürften wegen des Lokführerstreiks am Mittwoch zwei Drittel der Fernzüge ausfallen. Seit dem Morgen gebe es bereits Einschränkungen, sagte ein Bahnsprecher in Berlin.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund betonte, dass Regionalzüge privater Verkehrsunternehmen wie der Hessischen Landesbahn oder Vias nicht bestreikt werden. Zudem seien U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse planmäßig unterwegs: "Eventuell bieten diese - besonders in den städtischen Bereichen - eine Alternative." Auch die Kurhessenbahn ging auf den RMV-Linien der Burgwaldbahn und der Oberen Lahntalbahn zunächst nicht von Zugausfällen aus.

Die GDL verlangt für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Sie will auch für das übrige Zugpersonal verhandeln. Mit dem zweiten Streik innerhalb von acht Tagen herrscht weiter Funkstille zwischen der GDL und der Bahn.

Der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky warf dem Unternehmen vor, erst dann mit der GDL für das Zugpersonal verhandeln zu wollen, wenn ein Gesetz zur Tarifeinheit verabschiedet wurde: "Die DB verlangt von uns tatsächlich, dass wir die Füße stillhalten, bis wir gesetzlich abgeschafft werden." Die GDL werde "die Wunschträume des Arbeitgebers" aber nicht erfüllen, sagte Weselsky. Das Zugpersonal brauche dringend bessere Entgelt- und Arbeitszeitregelungen.

In Hessen fuhren am Mittwoch viele Pendler vorsichtshalber mit dem Auto zur Arbeit. Auf den Autobahnen im Rhein-Main-Gebiet machte sich dies aber nicht besonders bemerkbar. "Das tägliche Verkehrsaufkommen ist immer hoch, heute sind es vielleicht noch etwas mehr. Aber Chaos gibt es nicht", sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei in Frankfurt. "Die A 66 (Wiesbaden-Frankfurt) ist morgens immer relativ dicht", sagte eine Sprecherin der Autobahnpolizei in Wiesbaden. "Und heute hat es sich wegen eines defekten Fahrzeugs auf dem Seitenstreifen eh' gestaut." Bei der Autobahnpolizei in Darmstadt hieß es: "Minimal mehr Verkehr."

Bei DeinBus in Offenbach habe es nach der Streikankündigung der Lokomotivführer am Dienstagabend hingegen einen Buchungssprung gegeben, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. "Es sitzen mehr Menschen in den Bussen als letzte Woche." Allerdings buchten auch viele kurzfristig, und der Mittwoch gehöre zu den Tagen mit kleinem Angebot. Es seien aber deutlich mehr Anfragen als sonst eingegangen, ob das Busunternehmen auch tatsächlich wie geplant fahre. Genaue Zahlen nannte sie nicht.

dpa


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